„Hochprofessionelle Bande“
Maskierte Männer klauen Wein in Millionenwert
Aktualisiert am 09.10.2026 – 17:02 UhrLesedauer: 2 Min.
In der Toskana plündern Diebe ein Weinlager. Die Edeltropfen gehen normalerweise für bis zu 500 Euro über die Ladentheke.
In der Toskana ist es zu einem spektakulären Diebstahl gekommen. Einer Bande gelang es, 30.000 Flaschen Wein aus einem Lager zu stehlen. Die Beute hat einen Gesamtwert von rund fünf Millionen Euro. Laut der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ handelt es sich um den größten Weindiebstahl in der Geschichte Italiens.
Die Diebe waren in das Lager des Unternehmens Marchesi Antinorini in der toskanischen Kleinstadt Cortona eingedrungen. Antinori, das in Florenz ansässig ist, ist das größte italienische Weingut in Familienhand. Die Gebinde waren zum Weitertransport ins Ausland vorbereitet gewesen. Darunter waren einige der wertvollsten Weine, die das Weingut zu bieten hat.
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Wie die „Financial Times“ berichtet, gelang es sieben maskierten Männern, die Alarmanlage außer Betrieb zu setzen. Die Täter nutzten die firmeneigenen Gabelstapler, um zwei Lkws mit Tausenden Kisten Wein zu beladen. Darunter die berühmten Rotweine Solaia, Tignanello und Guado al Tasso. Diese zählen zu den sogenannten Supertoskanern, die als besonders hochwertig gelten. Die gestohlenen Sorten kosten üblicherweise 150 bis 500 Euro – pro Flasche.
Der Diebeszug fiel erst am Montagmorgen auf, als Mitarbeiter das geplünderte Lager betraten. Das Weingut verfügt über umfangreiche Überwachungsvideos des Diebstahls. Die Polizei ermittelt, hat jedoch bislang noch keine Festnahmen vorgenommen.
Geschäftsführer vermutet Serientäter hinter der Tat
Geschäftsführer Renzo Cotarella, der das 1385 gegründete Weinunternehmen in 26. Generation führt, zählt nun auf Unterstützung von Weinkennern, um das Diebesgut wieder aufzuspüren. „Wir hoffen immer noch, dass wir den Wein finden können. Zwei Lastwagen können doch nicht einfach so verschwinden“, sagt er der „Financial Times“. „Diese Weine haben einen hohen Wert, und ich weiß nicht, wie man all diesen Wein weltweit verkaufen kann, ohne dabei aufzufallen.“
Cotarella vermutet, dass Serientäter hinter dem Diebstahl stecken könnten. „Es handelt sich mit Sicherheit um eine hochprofessionelle Bande, möglicherweise dieselbe, die in den vergangenen Monaten bereits andere Weingüter in Italien ins Visier genommen hat“, wird er in der „Corriere della Sella“ zitiert.
In diesem Sommer waren bereits mehrere italienische Weingüter Opfer von Diebesbanden geworden. Im Piemont meldete etwa das traditionsreiche Unternehmen Banfi di Montalcino, dass 3.000 seiner Alta-Langa-Weine gestohlen wurden. Vergangenen Monat schlugen in derselben Region vier Täter zu und erbeuteten 3.000 Flaschen Barolo.
