Gut zu wissen
Wer einmal Masern hatte, ist anschließend lebenslang gegen das Virus immun – kann also nicht nochmals erkranken. Zudem kann er oder sie das Virus nicht auf andere übertragen.
Diagnose: Was macht der Arzt?
Hinweise darauf, dass es sich um Masern handeln könnte, geben vor allem die Symptome. Typisch für Masern sind der zweiphasige Krankheitsverlauf und der Ausschlag, der sich von Gesicht und Ohren ausgehend ausbreitet.
Im Mundraum findet der Arzt bei Masernpatienten häufig sogenannte Koplik-Flecken: Dies sind blassrote punktförmige Flecken auf der Wangenschleimhaut, die ein weißes Zentrum haben.
Masern können leicht mit Erkrankungen wie Röteln, Ringelröteln, Windpocken oder Scharlach verwechselt werden. Um sicherzugehen, wird der Arzt daher eine Laboruntersuchung veranlassen. Dafür benötigt er einen Rachenabstrich und/oder eine Urinprobe. Auch kann das Blut auf Antikörper untersucht werden. Im Labor lässt sich eindeutig feststellen, ob es sich tatsächlich um Masern handelt.
Masern sind meldepflichtig
Für Masern besteht eine Meldepflicht: Hat ein Arzt eine Maserninfektion nachgewiesen oder nur den Verdacht, dass es sich um Masern handeln könnte, muss er dies den zuständigen Gesundheitsbehörden melden.
Behandlung von Masern: Schonen und Symptome lindern
Es gibt kein spezielles Medikament gegen die Masern. Die Behandlung zielt daher darauf ab, die Symptome zu lindern. Dafür kommen fiebersenkende und/oder schmerzstillende Mittel infrage. Empfohlen werden zudem körperliche Schonung und Bettruhe. Nur in schweren Fällen ist ein Krankenhausaufenthalt nötig.
Antibiotika nur bei zusätzlicher Infektion
Während der Maserninfektion ist das Immunsystem vorübergehend geschwächt. Andere Erreger wie Bakterien haben nun leichtes Spiel und können verschiedene Folgeerkrankungen auslösen – etwa eine Mittelohrentzündung. Bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion wird der Arzt gegebenenfalls ein Antibiotikum verschreiben.
Gut zu wissen
Antibiotika kommen bei einer Maserninfektion nur zum Einsatz, wenn zusätzlich Bakterien zu einer Folgeinfektion geführt haben. Der Grund: Masern werden durch Viren verursacht, Antibiotika wirken jedoch nur gegen Bakterien.
In Ländern, in denen häufig ein Vitamin-A-Mangel vorkommt, kann eine Vitamin-A-Zufuhr das Risiko für Komplikationen bei Kindern zwischen sechs Monaten und fünf Jahren verringern. Da ein Vitamin-A-Mangel in Deutschland jedoch sehr selten ist, hat eine zusätzliche Vitamin-A-Gabe normalerweise keinen Einfluss auf den Verlauf.
Andere vor Masern schützen
Erkrankte Personen sollten so lange zu Hause bleiben und Kontakt zu anderen meiden, bis sie nicht mehr ansteckend sind. Dies ist normalerweise der Fall, wenn die Beschwerden vorüber sind und wenn der Beginn des Hautausschlags mindestens fünf Tage zurückliegt.
