„Schritt in den Abgrund“
Lanz weist SPD-Fraktionschef zurecht
Aktualisiert am 27.08.2026 – 09:58 UhrLesedauer: 3 Min.
SPD-Fraktionschef Matthias Miersch musste sich in der Talksendung „Markus Lanz“ wenig schmeichelhaften Analysen stellen – und versuchte, sich zu verteidigen.
Markus Lanz hat mit dem SPD-Fraktionschef Matthias Miersch über die Krise seiner Partei und die Wählerwanderung zur AfD gesprochen. Dabei richtete er deutliche Worte an den Sozialdemokraten. Als Miersch im Studio seine Parteichefin Bärbel Bas dafür lobte, dass sie die Bürgergeld-Reform mit durchgesetzt habe, ließ der Moderator das so nicht stehen. Lanz warf Miersch vor, er benutze Formulierungen, die man als Wähler nicht verstehe, und behauptete, das Bürgergeld sei ein „extrem wichtiger Schritt für die SPD in den Abgrund“ gewesen.
Deswegen habe Bas die Reformen gemacht, antwortete Miersch. Die SPD habe doch das Bürgergeld überhaupt erst eingeführt, wandte Lanz ein: „Sie haben etwas abgeschafft, was sie selber eingeführt haben.“ Die Reform sei parteiintern durchaus kritisiert worden, erklärte Miersch, und sie habe auch dazu geführt, dass einige Bas‘ Rolle in der SPD infrage stellten. Zu einer Diskussion in einer Volkspartei gehöre das jedoch dazu.
Die Gäste
- Matthias Miersch, SPD-Fraktionschef
- Dagmar Rosenfeld, Journalistin
- Olaf Sundermeyer, Autor
Lanz ließ sich davon nicht überzeugen. „Das Bürgergeld hat die Wähler in Scharen zur AfD getrieben“, beharrte er. „Deswegen ist es richtig, es verändert zu haben“, so Miersch. Er spreche über das Bürgergeld, als sei es plötzlich wie eine „Naturgewalt“ über das Land hereingebrochen, bemängelte Lanz. Die SPD habe durch die Einführung des Bürgergeldes bei den Menschen ein „tiefsitzendes Gefühl von Ungerechtigkeit“ ausgelöst und die Partei stehe in Umfragen bei zwölf Prozent: Deswegen nehme sie es jetzt „in Notwehr“ zurück, um nicht auf zehn Prozent zu fallen, so Lanz‘ Analyse. Von „Notwehr“ würde er nicht sprechen, stellte Miersch klar. Aber er halte die Reform für „absolut richtig“.
- AfD-Kandidat Siegmund: „Wir werden die Geschichte schreiben“
- „Unfinanzierbar“: Experten warnen vor Milliardenlücke durch AfD-Pläne
Lanz kritisiert Steuerreform
Auch eine andere Neuordnung wurde am Mittwochabend kritisch beleuchtet. SPD-Chef Lars Klingbeil hatte gesagt, er wolle kleine und mittlere Einkommen entlasten. Das finde aber nicht statt, provozierte Lanz. Miersch widersprach: Die Steuerreform, sehe vor, dass Familien 2028 um 600 Euro entlastet würden. Das seien 50 Euro monatlich, ein Betrag, der nicht einmal die Inflation ausgleiche, bemängelte Lanz.













