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Spanischer „Wolfsjunge“ ist tot

„Wenn ich ein Reh wollte, rief ich meine Eltern, die Wölfe waren“


22.08.2026 – 23:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Bildschirmfoto aus einer Dokumentation über Marcos Rodríguez Pantoja, der mit Wölfen groß wurde. (Quelle: youtube.com/Paislobo Prensa)

Als Kind lebte Marcos Rodríguez Pantoja zwölf Jahre lang mit Wölfen. Er starb vor Kurzem im Alter von 80 Jahren in Spanien.

Er war einer der wenigen Menschen, die von Wölfen aufgezogen wurden. Marcos Rodríguez Pantoja lebte jahrelang in den Bergen in Spanien, weitgehend von Menschen isoliert. Jetzt ist er im Alter von 80 Jahren gestorben.

Er verbrachte zwölf Jahre lang mit den Wildtieren. Nach dem Tod seiner Mutter zog er mit seinem Vater in die Sierra Morena-Berge, wo sie Holzkohle produzierten. In einer Dokumentation des Senders RTVE heißt es, er sei im Alter von sieben Jahren Anfang der 1950er Jahre an einen Ziegenzüchter verkauft worden.

„Sie brachten mich in die Berge, in eine Höhle. Ein kleiner alter Mann mit Bart kam heraus, er trug Korkschuhe“, erzählte Pantoja in einem Interview und beschrieb dabei seine Einweihung in ein Leben in der Wildnis. „Es gab heulende Wölfe, Füchse, Bergziegen, Rehe, Skorpione und Schlangen. Nachts hörte ich diese Tiere und hatte Angst.“ Von dem Ziegenhirten lernte er das Leben in der Natur und das Jagen. Als der Hirte eines Tages verschwand, musste er sich selbst versorgen.

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„Ich habe geweint und sie sind auf mich zugesprungen“

Er näherte sich einem Wolfsrudel, erzählte er dem spanischen Professor Gabriel Janer Manila von der Universität der Balearen, der eine Studie über ihn verfasste und ihn fünf Monate lang interviewte. Bald habe er das Vertrauen der Wölfe erlangt – unter anderem damit, dass er den Wolfsjungen Futter brachte. „Ich habe geweint, und sie sind auf mich zugesprungen … dann haben sie mir den Weg zu ihrer Höhle gezeigt, dem Wolfsbau“, erzählte Pantoja Manila und beschrieb, wie die Welpen herumtollten und sprangen, als sie ihn begrüßten.

Es sei ihm gut gegangen, er habe zwar kein Geld gehabt, aber immer etwas zu essen, sagte Pantoja dem Sender RTVE. „Wenn ich angeln wollte, ging ich zum Fluss. Wenn ich ein Kaninchen wollte, fing ich es. Wenn ich ein Reh wollte, rief ich meine Eltern, die Wölfe waren. Ich stieß ein Heulen aus, versteckte mich im Fluss, und die Wölfe trieben das Wild zu mir hin.“ Sein Leben in der Wildnis endete, als die Polizei ihn fand und versuchte, ihn wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Das war kein einfaches Unterfangen, in den ersten Jahren lief er immer wieder in den Wald zurück.

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