Kuriose Szene bei der Leichtathletik-WM
Marathonläuferin erreicht Ziel – und bemerkt es nicht
14.09.2025 – 13:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Eigentlich hatte Vanessa Wilson die 42,195 Kilometer durch Tokio schon hinter sich – nach ihrem Zieleinlauf aber entwickelten sich ungewöhnliche Szenen. Die Australierin selbst erklärt später, warum.
Die Leichtathletik-WM in Tokio hat einen kuriosen Moment erlebt: Marathonläuferin Vanessa Wilson überquerte nach 2:39:17 Stunden die Ziellinie im Olympiastadion von Japans Hauptstadt – und lief einfach weiter. Ein Helfer eilte auf die Laufbahn, der Stadionsprecher rief mehrfach „Stopp“ – erst dann blieb Wilson endlich stehen und realisierte in diesem Moment: Der 42,195 Kilometer lange Lauf durch die japanische Hauptstadt ist beendet.
Grund für die Szene: Die 43-jährige Australierin hatte das Ziel der Marathonstrecke bei der Leichtathletik-WM offenbar nicht bemerkt. „Die Ziellinie habe ich gar nicht gesehen“, bestätigte Wilson im Gespräch mit der „Bild“. Und erklärte dem Boulevardblatt weiter: „Den Stadionsprecher habe ich auch nicht gehört – ich war so benommen von der Hitze. Ich dachte einfach, ich müsste noch weiterlaufen.“
Das große Missverständnis hat einen besonderen Hintergrund: die ungewohnten Verhältnisse beim Finish. Denn Marathonläuferinnen und -läufer erreichen das Ziel bei Großveranstaltungen in der Regel auf einer abgesperrten Straße mit großem Torbogen und deutlich markiertem Zielbereich. Ein Zieleinlauf im Stadion ist eher unüblich.
„Ich hatte erwartet, dass da etwas Spektakuläres, ein Zielkorridor oder so, kommt“, bestätigte Wilson weiter. „Mein letzter Marathon war in Berlin – und dort ist es natürlich ein riesiges Spektakel, wenn man ins Ziel läuft. Da weiß man: Jetzt ist Schluss. Und hier ist es einfach nur eine Linie. Darauf war ich überhaupt nicht vorbereitet.“
Mit dem Sieg hatte Wilson indes nichts zu tun, sie belegte mit ihrer Saisonbestzeit Platz 38. An der Spitze entschied Peres Jepchirchir das Rennen für sich. Die 31-jährige Kenianerin setzte sich dank eines starken Schlussspurts in 2:24:43 Stunden knapp vor der Äthiopierin Tigst Assefa (28/2:24:45) durch und gewann damit den WM-Titel. Bronze ging überraschend an Julia Paternian aus Uruguay, die nach 2:27:23 Stunden ins Ziel kam. Bereits 2021 hatte Jepchirchir bei den Olympischen Spielen in Tokio Gold geholt.













