August 23, 2026 4:54 p.m. CEST

Politiker und Promis unter den Opfern

Mann bestellt 300 Pizzen – jahrelange Haft droht


23.08.2026 – 09:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Ausschnitt aus einem Video der polnischen Cyber-Polizei: Der Verdächtige wurde festgenommen. (Quelle: CBZC)

Monatelang bestellt ein Mann Pizza, teils für Tausende Euro. Diese sollen unter anderem an Prominente geliefert werden. Damit verbunden sind oft Drohungen.

Die polnische Polizei ermittelt gegen einen Mann, dem unter anderem fortgesetzte Belästigung und Bedrohung vorgeworfen wird. Zu seinen Opfern gehören Berichten polnische Medien zufolge Politiker und Prominente.

Die Masche des 23-Jährigen: Er bestellte massenweise Essen unter falschem Namen. Laut Polizei belief sich eine Restaurantrechnung auf mehr als 37.000 Złoty, umgerechnet sind das rund 8.600 Euro. „Einige Bestellungen konnten aufgrund technischer Einschränkungen nicht ausgeführt werden, beispielsweise weil die Kapazität für eine Lieferung von 300 Pizzen nicht ausreichte“, erklärte die Polizei in einer Mitteilung.

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In vielen anderen Fällen wurde geliefert. „Es handelte sich um Bestellungen über 30 bis 50 Euro, die also unverdächtig waren“, erklärte der Inhaber einer Stettiner Pizzeria. Allein sein Geschäft habe durch die monatelangen Falschbestellungen mehrere Tausend Euro Verlust gemacht.

Pizzabestellungen enthielten auch Drohungen

Schwerpunkt der Scheinaufträge war die Hafenstadt in Nordwestpolen. Aber es gingen auch Bestellungen an Opfer in Krakau, Breslau oder Warschau. In vielen Fällen enthielten die Bestellungen laut Polizei auch Drohungen in den Kommentaren – beispielsweise wurden die Entführung eines Minderjährigen, eine Brandstiftung und ein absichtlich herbeigeführter Verkehrsunfall angedroht.

Zudem hätten die Auftragsbeschreibungen oft Informationen enthalten, die nur den Empfängern oder ihren engsten Angehörigen bekannt waren, teilte das polnische Zentralbüro zur Bekämpfung von Cyberkriminalität mit. Bei den Opfern habe dies Angst und Schrecken ausgelöst. Wie der Verdächtige an diese Informationen gekommen war, teilten die Beamten nicht mit.

Mitte August wurde der Mann festgenommen. Mittlerweile befindet er sich nach Zahlung einer Kaution von rund 2.300 Euro wieder auf freiem Fuß. Laut Polizei drohen ihm im Falle einer Verurteilung bis zu acht Jahre Haft.

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