Lohnquote
Wie gerecht ist das Einkommen in Deutschland verteilt?
Aktualisiert am 15.09.2025 – 10:23 UhrLesedauer: 4 Min.

Bei Löhnen und Gehältern ist nicht nur die absolute Höhe entscheidend, sondern auch ihre Verteilung. Dafür gibt es die Lohnquote. Doch die hat Grenzen.
Wenn die einen deutlich mehr haben als die anderen, kann das zum Problem werden. Ein Staat sollte deshalb darauf bedacht sein, dass es bei der Bezahlung gerecht zugeht – auch was die Verteilung angeht.
Dafür nutzt er unter anderem eine ökonomische Kennzahl: die Lohnquote. Wir erklären, was sie genau misst, wie man sie berechnet und warum sie nur begrenzt aussagekräftig ist.
Die Lohnquote, auch gesamtwirtschaftliche Lohnquote genannt, ist eine volkswirtschaftliche Kennziffer. Sie gibt an, welchen Anteil die Arbeitnehmerentgelte am gesamten Volkseinkommen haben. Zu Arbeitnehmerentgelten zählen Bruttolöhne und -gehälter sowie die Sozialbeiträge der Arbeitgeber.
Die Lohnquote verdeutlicht damit, wie sich das Volkseinkommen auf die Arbeitnehmer einerseits und die Bezieher von Unternehmens- und Vermögenseinkommen andererseits aufteilt. Sie kann somit ein Indikator dafür sein, ob das Einkommen in einem Land gerecht verteilt. Der Staat kann so erkennen, ob er Geld umverteilen sollte – etwa durch Steuererleichterungen für Arbeitnehmer oder höheres Arbeitslosengeld.
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Bei der Lohnquote unterscheidet man zwischen Brutto- und Nettolohnquote. Die Bruttolohnquote betrachtet die Löhne vor Abzug der Steuern und Sozialabgaben, die Nettolohnquote die Löhne nach deren Abzug.
Das Gegenteil der Lohnquote ist die Gewinnquote, die vor allem sämtliche Einkünfte aus unternehmerischer beziehungsweise selbstständiger Tätigkeit erfasst. Überdies berücksichtigt sie aber auch viele Vermögenseinkünfte wie Erträge aus Aktien, Zinsen oder Mieteinkünfte, die auch Arbeitnehmer erwirtschaften. Eine Alternative zur Lohnquote ist die Arbeitseinkommensquote, die auch die aus Arbeit entstandenen Einkommen der Selbstständigen erfasst.
Die Lohnquote ist nur begrenzt aussagekräftig und daher als Verteilungsmaßstab umstritten. Das hat mehrere Gründe. Zum einen berücksichtigt sie nicht die Einkommen von Selbstständigen und Freiberuflern.
Das hat zur Folge, dass sie nur deshalb steigt oder fällt, weil der Anteil der Angestellten im Vergleich zu den Selbstständigen steigt oder fällt. Dabei hat sich an den Einkommensverhältnissen gar nichts geändert.
Um dieses Problem zu beheben, gibt es die bereinigte Lohnquote. Dabei wird die Lohnquote ermittelt, die sich ergeben würde, wenn das Verhältnis zwischen Selbstständigen und Angestellten konstant bleibt (Berechnung siehe unten). So lassen sich die Lohnquoten im Zeitverlauf besser vergleichen.
Problematisch an der Lohnquote ist darüber hinaus, dass auch Einkünfte aus Kapitalanlagen wie Zinsen, Dividenden, Vermietung oder Verpachtung nicht berücksichtigt werden.
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Auch Mischformen zählen nicht mit hinein, also Arbeitnehmer, die zum Beispiel nebenbei als Kleinunternehmer selbstständig sind. Eine Aussage über die Vermögensverteilung trifft die Lohnquote also nicht.
Die Lohnquote in Prozent ergibt sich aus dem Verhältnis der Arbeitnehmerentgelte zum gesamten Volkseinkommen, multipliziert mit 100. Das Volkseinkommen, auch Nettonationaleinkommen genannt, ist die Summe aller Erwerbs- und Vermögenseinkommen, die die Deutschen binnen eines Jahres erzielt haben.













