September 3, 2026 9:45 a.m. CEST

Nach offenem Brief

Umstrittener Liedermacher sagt Hamburg-Konzert ab


03.09.2026 – 08:52 UhrLesedauer: 2 Min.

Yann Song King bei einem Auftritt: Sein für Sonntag geplantes Konzert in Hamburg-Bergedorf wurde abgesagt. (Quelle: IMAGO/Matthias Wehnert/imago)

Ein Konzert des politischen Liedermachers Yann Song King in Hamburg-Bergedorf fällt aus. Zuvor hatte ein Bündnis wegen Äußerungen und früherer Auftritte des Musikers protestiert.

Der für Sonntag, 6. September, geplante Auftritt von Yann Song King im Café Chrysander findet nicht statt. Der Liedermacher habe das Konzert selbst abgesagt, sagte Café-Betreiberin Ursel Arova dem Lokalmedium „Bergedorf.tv“. Mit der Entscheidung wolle er sich und den Veranstaltungsort schützen.

Arova kündigte bei „Bergedorf.tv“ zudem eine Diskussionsrunde über „Kulturfreiheit und Cancel Culture“ an. Ein Termin stehe noch nicht fest. Sie kritisierte, in Hamburg werde auf Veranstalter eingewirkt, Song King keine Bühne zu geben.

Bündnis fordert Absage des Konzerts

Zuvor hatte das Bergedorfer Bündnis gegen Rechts das Café in einem am 31. August veröffentlichten offenen Brief aufgefordert, den Auftritt abzusagen. Die Initiative wirft Song King unter anderem abwertende Äußerungen über Menschen vor, die er als kulturell fremd einordne, sowie über trans- und homosexuelle Menschen. Zudem verweist sie auf Auftritte im Umfeld rechtsextremer Akteure.

Im April 2024 war Song King Gast eines „Sonntagsgesprächs“ der Freien Sachsen mit Andreas Hofmann, einem der stellvertretenden Vorsitzenden der Partei. Das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz führt die Freien Sachsen als erwiesene rechtsextremistische Bestrebung.

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Im selben Monat trat Song King nach einem Bericht der Wochenzeitung „Jungle World“ bei einer von „Compact“ veranstalteten „Blauen Welle“ in Zittau auf. Das Bundesamt für Verfassungsschutz führt die „Compact-Magazin GmbH“ als gesichert rechtsextremistische Bestrebung.

Bundesregierung verweigert Auskunft über Song King

Song King war zuletzt auch Gegenstand einer Kleinen Anfrage der Linken im Bundestag. Die Abgeordneten wollten von der Bundesregierung unter anderem wissen, welche Erkenntnisse zu ihm und zwei weiteren Musikern vorliegen und ob ihre Auftritte dem damaligen Bereich „Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“ zugeordnet werden.

Die Bundesregierung beantwortete diese Fragen nicht. Schon die Auskunft darüber, ob Erkenntnisse vorlägen, könne Rückschlüsse auf Arbeitsschwerpunkte und den Kenntnisstand des Bundesamts für Verfassungsschutz ermöglichen, heißt es in der Antwort vom 29. Juli. Eine Einstufung Song Kings enthält die Drucksache nicht.

Hamburg-Auftritt fiel schon einmal aus

Bereits im März war ein angekündigtes Konzert Song Kings in Hamburg ausgefallen. Er sollte damals im Vereinsheim des Galatasaray Sportvereins an der Holstenstraße auftreten. Nach Angaben des veranstaltenden Nachdenkzeiten-Gesprächskreises Hamburg zog der Vereinsvorstand die Zusage für die Räume kurzfristig zurück. Die gegen Song King erhobenen Vorwürfe habe der Verein in der kurzen Zeit nicht überprüfen können.

Auch das Bergedorfer Konzert wurde vom Nachdenkzeiten-Gesprächskreis organisiert. Song King selbst führte den Termin auf seiner Internetseite als „Ersatz für das ausgefallene Hamburg-Konzert“.

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