Angesichts der weiterhin hohen Preise an den Tankstellen schloss Söder einen weiteren Tankrabatt nicht aus und zeigte sich „tendenziell offen“ für eine Übergewinnsteuer. Sollten die Kraftstoffpreise in den nächsten Monaten hoch bleiben, müsse überlegt werden, die CO2-Bepreisung zu senken. „Aber die eigentliche Hoffnung ist schon, dass es relativ bald endlich wieder Signale gibt, dass die Straße von Hormus frei wird und sich dann auch die Preise wieder regulieren“, sagte der CSU-Parteivorsitzende.
Söder: „Lassen Sie mich bitte ausreden“
Als es zur Mitte des Sommerinterviews in einem Einspieler um die in Bayern und den eigenen Reihen wachsende Kritik an Söder ging, wurde der Gast lauter. „Lassen Sie mich bitte ausreden, nachdem Sie zwei Minuten die Gelegenheit hatten, alles Mögliche zusammenzumixen, was ich so nicht sehe“, widersetzte er sich dem Versuch Engelkes, seine Ausführung zu unterbrechen.
In der Sendung wurde unter anderem auf einen Brief aus dem Kreisverband Tölz-Wolfratshausen verwiesen, um die zunehmende Kritik an Söder nach der Kommunalwahl zu dokumentieren. Darin wurde von Austrittsdrohungen berichtet. „Den Brief hat es in der Form nicht gegeben. Also, da müssen wir schon fair bleiben“, widersprach Söder. Der Brief sei „zurückgezogen“ worden: „Den gab es gar nicht.“
Tatsächlich handelt es sich lediglich um ein internes Papier, das an die Medien geraten war. Der Bayerische Rundfunk berichtete jedoch unter Verweis auf den Kreisvorstand, das Papier habe durchaus dessen Verärgerung abgebildet. Söder sagte im Sommerinterview, insgesamt seien die Landratswahlen für seine Partei erfolgreich verlaufen, auch wenn einige Einzelergebnisse sehr wehgetan hätten: „Aber das ändert nichts daran, dass wir noch immer mit Abstand der größte Stabilitätsanker sind – gerade in diesen demokratisch unsicheren und wirren Zeiten.“
Söder: Merz bleibt Kanzler
Auf die Frage, wie lange er noch für den Posten in Bayern zur Verfügung stehe, antwortete Söder: „Solange die Wähler und die Partei es wollen.“ Nachdem der CSU-Chef erst kürzlich wieder Ambitionen auf den Job als Bundeskanzler dementiert hatte, stärkte er im Sommerinterview Regierungschef Friedrich Merz (CDU) den Rücken. „Ich bin fest überzeugt, dass Friedrich Merz der Kanzler bleibt“, sagte Söder und bezeichnete dessen Position als „sehr, sehr stabil und stark“.
Zur Personal-Rochade bemerkte Söder: „Man hätte es vielleicht auf einen Schlag machen können.“ Das sei aber eben nicht gegangen, weil ein Kandidat abgesagt habe. „Ich sehe da keine handwerklichen Fehler“, widersprach er einer entsprechenden Wortwahl Engelkes. Als die Journalistin auf Kritik aus der Unionsfraktion verwies, konterte Söder: „Bei uns in Deutschland wird unendlich viel gequatscht. Wir müssen endlich etwas tun für unser Land. Da haben schon die anderen recht, die uns angreifen und sagen: Was tut ihr?“












