„Wer passt schon auf den Trainer auf?“
Der „Bild“ zufolge machten sich aber einige Spieler schon seit geraumer Zeit Sorgen um ihren Trainer. Dabei soll es um das Arbeitspensum des Belgiers gegangen sein. Dem Bericht zufolge fiel den Profis der Schlafmangel des Trainers auf. Und dass Kompany weniger Sport als zuvor treibe und unregelmäßig esse. Auch dass er viel Kaffee trinke und sich zu viel Arbeit aufhalse, war in der Kabine demnach Gesprächsstoff.
Seit Kompanys Zusammenbruch ist das Thema Belastung für Trainer ein vieldiskutiertes geworden. Leipzigs Martín Demichelis sagte: „Wir als Trainer denken 24 Stunden darüber nach, was wir verbessern können. Unser Kopf arbeitet wahrscheinlich viel zu viel.“ Dortmunds Niko Kovač fragte: „Wer passt schon auf den Trainer auf? Wenn der Trainer nicht auf sich aufpasst, beziehungsweise die Familie, dann ist es, glaube ich, ein bisschen schwieriger.“ Freiburgs Julian Schuster ging der Vorfall ebenfalls nahe. „Das nimmt man schon mit und macht sich auch Gedanken, und war natürlich auch Thema bei uns im Trainerteam und auch zu Hause“, so der 41-Jährige. „Wir Trainer sind nicht immer so sehr gut darin, auf uns selbst dann auch immer wieder zu achten, weil du natürlich auch diese Verantwortung hast.“
Ralf Kettemann hat das auch auf die harte Tour lernen müssen, wie er Anfang September der „Sport Bild“ erzählte. Als Kettemann Spielertrainer beim Amateurklub TSV Ilshofen war, geriet er in eine „Arbeitsspirale, habe mich nach Sieg und Niederlage definiert. Das hatte damals Spuren bei mir hinterlassen, mir fehlte phasenweise die Kraft, sodass ich vereinzelt zu Spielen gefahren werden musste.“ Erst mit professioneller Hilfe schaffte er es aus dieser Situation heraus.
Zwar haben Trainer im Profifußball meist mehrere Assistenten zur Verfügung, die das Training übernehmen, die Spiele analysieren und sich teilweise auch individuell um die Spieler kümmern. Dennoch wollen viele Coaches selbst über das kleinste Detail entscheiden und sind von einem Perfektionismus angetrieben, der den Arbeitsaufwand in die Höhe schießen lässt.
Die Frage, ob es dafür einen Weg raus gibt, müssen sich die Trainer und ihre Vereine selbst stellen. Denn sowohl die Belastungsgrenzen der Coaches als auch die Voraussetzungen der Vereine unterscheiden sich deutlich voneinander.














