Oktober 20, 2026 4:57 a.m. CEST

Verdacht auf Schleusung

Kölner Ausländeramt: Mitarbeiterin in U-Haft

20.10.2026 – 03:56 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Einsatzfahrzeug der Polizei steht vor dem Kölner Dom (Symbolbild): Die Mitarbeiterin des Ausländeramtes soll bereits seit Dezember in Haft sitzen. (Quelle: IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Buriakov)

Eine Mitarbeiterin des Kölner Ausländeramts sitzt in U-Haft. Sie soll Papiere für Männer aus Indien durchgewunken haben.

Eine Mitarbeiterin der Kölner Ausländerbehörde sitzt laut WDR in Untersuchungshaft. Sie soll zu einer Schleuserbande gehört und als Amtsträgerin Papiere für Aufenthaltserlaubnisse bei Scheinehen durchgewunken haben. Beschäftigt war sie demnach im Ausländeramt Ehrenfeld der Stadt Köln.

Das Verfahren führt die Staatsanwaltschaft Darmstadt. „Das Verfahren läuft gegen insgesamt vier Personen“, sagte die Behörde dem WDR. Zuerst gab es demnach einen Verdacht gegen einen Mann in Hessen, dann führte die Spur nach Köln. Anfang Dezember 2025 wurde die damalige Mitarbeiterin laut WDR gemeinsam mit ihrem Mann festgenommen.

Bande soll meist Männer aus Indien geschleust haben

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll die Frau die mutmaßlichen Mittäter mit ihren Fachkenntnissen beraten und als Amtsträgerin Einfluss auf die weitere Entwicklung genommen haben. Dafür sollen sie und ihr Ehemann pro Fall mehrere tausend Euro bekommen haben. In sozialen Netzwerken nannte sie sich „Fachreferentin für aufenthaltsrechtliche Entscheidungen“.

Die Bande soll meist Männer aus Indien zunächst nach Zypern geschleust und dort mit Frauen aus Osteuropa verheiratet haben. Die Paare sahen sich dort angeblich zum ersten Mal. Die Mitarbeiterin soll anschließend die nötigen Papiere für die Aufenthaltserlaubnis der Männer durchgewunken haben.

Außerdem soll sie ihre eigene Wohnung in Köln-Höhenberg als Adresse für die nach Deutschland geschleusten Menschen genutzt haben. Eine Nachbarin bestätigte dem WDR die Festnahme dort: Die Handschellen seien geklickt.

Inder soll 6.200 Euro für Aufenthaltserlaubnis gezahlt haben

Es ist nicht das erste Mal, dass das Kölner Ausländeramt mit negativen Schlagzeilen konfrontiert wird. Im Sommer dieses Jahres gab es einen Skandal um die sogenannte „Coesfelder Liste“, bei der das Ausländeramt untätig gewesen sein soll und so die Abschiebung von bis zu 500 ausreisepflichtigen Ausländern verhindert haben. Die Affäre zieht aktuell immer noch Kreise, ein Ermittlungsverfahren ist anhängig.

Die „Bild“ berichtet über einen weiteren Fall: Eine Bulgarin soll einen Inder geheiratet haben, der allein rund 6.200 Euro für seine Aufenthaltserlaubnis gezahlt haben soll. Ein Hochzeitsvideo, das der Polizei vorliegen soll, zeige demnach, wie wenig die Braut über ihren Ehemann wusste. Laut „Bild“ prüft die Justiz zudem alle von der Frau bearbeiteten Akten auf weitere Fälle.

Der Prozess gegen die vier Beschuldigten soll laut WDR im Februar kommenden Jahres beginnen.

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