Kleines Mittel wird zum großen Problem
Millionen Autofahrern droht neue Knappheit
08.09.2026 – 13:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Wer ein älteres Auto hat, könnte bald ein teures Problem bekommen. Der ADAC warnt vor einer wachsenden Kältemittel-Knappheit.
Jeder Autohersteller benötigt Kältemittel für die Klimaanlagen seiner Fahrzeuge. Allerdings sind diese Mittel alles andere als umweltfreundlich. Für viele Autofahrer wird das nun zum Problem.
Denn in vielen älteren Autos kommt noch das Kältemittel R134a zum Einsatz. Doch der Stoff wird aufgrund verschärfter EU-Vorgaben immer knapper. Dadurch kann die Wartung der Klimaanlage für Halter schwieriger und teurer werden.
Vor allem Fahrzeuge, die vor 2017 zugelassen wurden, sind betroffen. Seit 2017 darf das Kältemittel R134a in neu zugelassenen Pkw nicht mehr verwendet werden. Grund ist die EU-Regelung zu fluorierten Treibhausgasen. Sie begrenzt die verfügbaren Mengen solcher Stoffe schrittweise, da sie dem Klima schaden.
Nun warnt der ADAC: Für viele ältere Fahrzeuge fehlen bislang breit verfügbare, bezahlbare und rechtlich klare Alternativen.
Warum eine Umrüstung schwierig ist
Das klimafreundlichere Kältemittel R1234yf gilt als Nachfolger von R134a. Einige Werkstätten bieten deshalb eine Umrüstung älterer Klimaanlagen an. Doch das ist nicht einfach.
In der Regel sind bestehende R134a-Anlagen nicht für R1234yf ausgelegt. Komponenten, Dichtungen und die gesamte Auslegung der Anlage können unterschiedlich sein. Zudem fehlen laut ADAC oft eindeutige technische Freigaben der Hersteller.
Auch rechtliche Fragen bleiben unklar. Dazu zählt beispielsweise die Frage, ob eine Umrüstung Auswirkungen auf die Betriebserlaubnis haben kann und wer haftet, wenn später Schäden auftreten.
Der eiskalte Klimakiller
R134a war über Jahrzehnte hinweg der Standard in Fahrzeug-Klimaanlagen. Aufgrund seines hohen Treibhauspotenzials unterliegt es jedoch strengen Verboten und einer künstlichen Verknappung. Für Bestandsfahrzeuge ist das Nachfüllen in einer Werkstatt jedoch weiterhin erlaubt.
Finger weg von billigen Nachfüllsets
Ausdrücklich warnt der ADAC vor günstigen Nachfüllsets aus dem Internet. Dort werden Produkte auf Propan- oder Butanbasis unter Bezeichnungen wie R12 oder HC-12a angeboten.
Solche Mittel sind für Fahrzeug-Klimaanlagen in der Regel nicht zugelassen. Zudem können sie im Falle eines Unfalls oder technischen Defekts ein zusätzliches Brandrisiko im Motorraum darstellen.
Deshalb sollten Autofahrer ihre Klimaanlage nicht selbst mit solchen Sets befüllen. Bei Problemen mit der Anlage ist es ratsam, eine Fachwerkstatt aufzusuchen und prüfen zu lassen, welches Kältemittel für das eigene Fahrzeug zugelassen ist.
