Katharina Schüttler
„Diese Geschichten werden nicht mehr erzählt“
20.09.2026 – 14:21 UhrLesedauer: 3 Min.

Im zweiten Krimi der neuen „Tatort“-Saison ermitteln Ballauf und Schenk in Köln. Eine Episodenhauptrolle übernimmt Katharina Schüttler. Für die Dreharbeiten kam sie an einen besonderen Ort.
Katharina Schüttler übernimmt im „Tatort: Die letzten Menschen von Köln“, der am Sonntag um 20.25 Uhr im Ersten läuft, die Rolle einer Frau auf der Suche: Elara Schmidtke. Sie absolviert ein Überlebenstraining, das in einem ehemaligen Bunker stattfindet. In einem solchen wurde auch tatsächlich gedreht, was sich auf die Stimmung während der Arbeiten ausgewirkt hat, wie Schüttler t-online erzählt.
„Es ist schon bedrückend, morgens unter die Erde zu fahren und abends wieder raus und in der Zwischenzeit einfach gar kein Tageslicht zu sehen. Das ist beklemmend“, sagt Schüttler. Sie fügte aber an, es auch als Geschenk zu empfinden, „überhaupt an solche Orte kommen zu dürfen, an die man normalerweise nicht kommen würde“.
Schüttlers Rolle Elara Schmidtke nimmt in dem Bunker an einem Katastrophenvorbereitungskurs teil. Sie wollte diesen eigentlich gemeinsam mit ihrem Bruder besuchen. Doch der junge Berufschullehrer wurde ermordet. Unwissend über das Schicksal ihres Bruders beginnt Elara den Workshop allein. Dabei verfolgt sie eine bestimmte Absicht. Als die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) für eine Befragung nach ihr suchen, ist sie nicht auffindbar. Denn der Überlebenstrainer hatte den Teilnehmenden erklärt, der Ort des Workshops müsse geheim bleiben.

Die 46-jährige Schüttler gilt als Expertin für extreme Rollen. Eine Zuschreibung, die sie selbst nicht als störend empfindet – im Gegenteil. „Ich fand die Bezeichnung immer gut. Menschen haben häufig das Bedürfnis, andere Menschen in Schubladen zu stecken. Und ich hatte immer den Eindruck, dass in diese Schublade ziemlich viel reinpasst“, sagt Schüttler, denn dies gebe zwar etwas vor, zugleich sei aber eine „große Varietät an Figuren“ möglich.
„Nicht mehr so viele extreme Frauenfiguren in meinem Alter“
Schüttler, die für die Darstellung der gleichnamigen Rolle in Ibsens „Hedda Gabler“ 2006 zur Schauspielerin des Jahres gewählt wurde, übt aber auch Kritik: „Ich habe das Gefühl, es gibt gar nicht mehr so viele extreme Frauenfiguren in meinem Alter. Diese Geschichten werden gar nicht mehr erzählt. Daher würde ich mir noch mehr Offenheit mir als Schauspielerin gegenüber wünschen.“
Sie sei sich aber dessen bewusst, dass dann eben eine andere Schublade kommen würde, insofern sei sie zufrieden mit ihrer aktuellen. Bis zum Mai überzeugte Schüttler an den Hamburger Kammerspielen im gefeierten Ein-Frau-Stück „Prima Facie“ von Suzie Miller, in der Serie „A Better Place“ spielte sie im vergangenen Jahr eine Mitarbeiterin eines Resozialisierungsprogramms, die Inhaftierte in die Gesellschaft integriert, um eine Welt ohne Gefängnisse zu ermöglichen.














