Neue digitale Systeme im Einsatz
Illegale Ferienwohnungen: Behörden auf den Kanaren greifen durch
15.09.2025 – 13:41 UhrLesedauer: 2 Min.
Auf den Kanaren wurden fast 9.000 illegale Ferienwohnungen vom Markt genommen. Die spanische Regierung reagiert damit auf den massiven Preisdruck auf dem Wohnungsmarkt.
Die Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum ist nicht nur in Deutschland ein immer größer werdendes Problem. Besonders problematisch ist der Mangel in den Ländern und Regionen, die vom Massentourismus geprägt sind. Dort werden Wohnungen als überteuerte Ferienunterkünfte angeboten, nicht selten auch illegal.
Doch einige Regierungen haben das Problem inzwischen erkannt und Maßnahmen in die Wege geleitet, um der Situation Herr zu werden. Auf den Kanaren wurden nun etwa fast 9.000 Ferienwohnungen vom Markt genommen, die nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.
Laut dem spanischen Wohnungsministerium sind es insgesamt 8.698 Ferienwohnungen, die die baulichen oder administrativen Voraussetzungen nicht erfüllen. Zwar wurden offizielle Registrierungen beantragt, die Anträge aufgrund der Mängel aber inzwischen widerrufen.
Insgesamt wurden seit Januar 2025 in Spanien über 336.000 Anträge auf Registrierung von Immobilien gestellt. Rund 79 Prozent davon betrafen Ferienunterkünfte. Mehr als 53.000 Anträge wurden landesweit abgelehnt – davon fast ein Sechstel allein auf den Kanarischen Inseln.
Grundlage für das entschlossenere Vorgehen ist ein neues digitales System. Die Anlaufstelle ermöglicht seit August 2025 eine enge Zusammenarbeit zwischen Registrierungsbehörden, Wohnungsministerium und Buchungsplattformen. Durch den Datenaustausch sollen illegale Vermietungen schneller erkannt und beendet werden.
Die Maßnahme stößt auf weitgehende Zustimmung: Ángel Víctor Torres, Chef der PSOE Canarias (Partido Socialista de Canarias, Sozialistische Arbeiterpartei der Kanaren), nennt das Vorgehen einen „konkreten, effektiven und realen Schritt“ zur Verbesserung des Wohnungsmarkts. Seiner Ansicht nach helfen solche Eingriffe dabei, jungen Menschen und Familien wieder den Zugang zu Wohnraum zu erleichtern.
Das Wohnungsministerium betont, dass die illegale Vermietung weitreichende Folgen für Einheimische hat. Wohnungen, die eigentlich für die dauerhafte Vermietung gedacht sind, werden zweckentfremdet – und das treibt die Mieten in die Höhe. In beliebten Urlaubsregionen wie Teneriffa gibt es mittlerweile fast genauso viele Betten in Ferienwohnungen wie in Hotels.














