Schausteller sorgen sich um Zulassung
Weiteres Wiesn-Fahrgeschäft muss Figuren umgestalten
01.09.2026 – 15:12 UhrLesedauer: 2 Min.

Nach dem Streit ums Teufelsrad zeigt sich: Auch andere Wiesn-Schausteller mussten Änderungen vornehmen. Diesmal trifft es ein Fahrgeschäft.
Die Debatte um die Umgestaltung von Schausteller-Figuren auf dem Oktoberfest zieht offenbar weitere Kreise. Nachdem zuletzt Veränderungen am Teufelsrad für Diskussionen gesorgt hatten, berichtet nun eine weitere Schaustellerin, Anpassungen durchgeführt zu haben. Diese betreffen das Fahrgeschäft „Happy Sailor“.
Dessen Betreiberin, Verena Krug, stammt aus einer Münchner Schaustellerfamilie. Gegenüber t-online bestätigt sie, dass auch an ihrem Fahrgeschäft Figuren verändert wurden. Konkret geht es unter anderem um einen Kapitän, der zur maritimen Gestaltung des Fahrgeschäfts gehört.
Stadt: „Karikaturhafte Überzeichnung asiatischer Gesichtszüge“
Krug macht dabei deutlich, dass die Änderung nicht auf ihre eigene Bewertung der Figur zurückgeht. „Ich möchte da ganz offen und ehrlich sein: Ich habe den Kapitän nicht verändert, weil ich persönlich die bisherige Figur als rassistisch angesehen habe. Das tue ich bis heute nicht“, sagt sie.
Die Stadt bewertet die ursprüngliche Gestaltung auf Anfrage der Münchner Redaktion von t-online hingegen anders. Nach Angaben des RAW wurde nach dem Oktoberfest 2025 von den beratenden Fachstellen angeregt, „die karikaturhafte Überzeichnung asiatischer Gesichtszüge an einer Kapitänsfigur zu überarbeiten“.


Krug: „Muss solche Vorgaben berücksichtigen“
Nach Darstellung der Betreiberin wurde ihr von offizieller Seite deutlich gemacht, dass die bisherige Gestaltung heute kritisch gesehen werde und verändert werden solle, wenn die Figur weiterhin aufgestellt werden soll.
Für die Schaustellerin gehört der Kapitän seit Jahrzehnten zum „Happy Sailor“. Sie selbst habe ihn immer als humorvolle Dekorationsfigur ihres Fahrgeschäfts verstanden. Dennoch entschied sie sich für eine Umgestaltung. Dabei verweist Krug auch auf die besonderen Rahmenbedingungen für Schausteller. „Als Schausteller muss ich solche Vorgaben beziehungsweise Wünsche natürlich auch im Hinblick auf zukünftige Bewerbungen und Zulassungen berücksichtigen“, sagt sie.
Der Kapitän ist nach Angaben der Betreiberin nicht die einzige Figur, bei der es Änderungswünsche gibt. Auch eine unbekleidete Meerjungfrau an dem Fahrgeschäft solle anders gestaltet werden. „Wenn gewünscht wird, dass sie weniger freizügig dargestellt wird, bekommt sie eben einen Bikini“, sagt Krug. Auch diese Figur empfinde sie persönlich nicht als anstößig.
















