2. Goldaktien: Vom Erfolg der Minen profitieren
Wer stärker an der Entwicklung des Goldpreises partizipieren möchte, kann statt auf ETCs auch auf Aktien von Goldunternehmen setzen. Anders als bei börsengehandelten Goldprodukten investieren Anleger hier in Firmen, die Gold fördern, finanzieren oder mit ihm handeln und damit direkt vom steigenden Goldpreis profitieren.
Der Vorteil: Gewinne der Minengesellschaften steigen überproportional, wenn der Goldpreis klettert. Steigt der Preis um zehn Prozent, kann der Unternehmensgewinn je nach Kostenstruktur um ein Vielfaches zulegen. Das gilt insbesondere für Firmen mit niedrigen Förderkosten oder solche, die über das sogenannte Streaming- und Royalty-Modell arbeiten.
Streamingunternehmen wie Royal Gold oder Franco Nevada finanzieren Minenbetreiber und erhalten im Gegenzug Anteile an deren Produktion. Sie sind unabhängig von Förderkosten und Inflationsdruck und gelten daher als stabilere Alternative zu klassischen Minenwerten.
Klassische Goldproduzenten wie Agnico Eagle Mines, Newmont oder Barrick Gold fördern das Edelmetall selbst und profitieren direkt von steigenden Preisen. Allerdings wirken sich höhere Energiekosten und Löhne stärker auf ihre Margen aus.
Eine Auswahl führender Goldaktien:
Auch Werte wie Wheaton Precious Metals (ISIN: CA9628791027), Kinross Gold (ISIN: CA4969024047), Gold Fields (ISIN: US38059T1060) oder AngloGold Ashanti (ISIN: GB00BRXH2664) bieten interessante Chancen. Sie schwanken aber stärker beim Goldpreis.
Goldaktien eignen sich für Anleger, die mehr Renditechancen, aber auch mehr Risiko in Kauf nehmen wollen. Während ETCs den Goldpreis exakt abbilden, bieten Minenwerte die Möglichkeit, überproportional zu profitieren. Vorausgesetzt, die Produktionskosten bleiben niedrig und der Goldpreis hält sich auf hohem Niveau.
Die jüngste Rekordrally könnte Experten zufolge erst der Anfang gewesen sein. Mehrere Faktoren sprechen dafür, dass der Goldpreis seinen Höhenflug fortsetzt: Die Inflation bleibt hartnäckig hoch, die Zinsen in den USA werden wohl langsamer sinken als erhofft, und die anhaltenden geopolitischen Spannungen führen weltweit zu Unsicherheit. Hinzu kommen Handelskonflikte und eine steigende Staatsverschuldung.
„Das Vertrauen in den Handel mit Gold ist derzeit so groß, dass der Markt nach der nächsten großen runden Zahl Ausschau halten wird, die bei 5.000 US-Dollar liegt“, sagt der unabhängige Metallhändler Tai Wong. Zwar könnten Wong zufolge Entwicklungen wie ein Waffenstillstand im Nahen Osten oder in der Ukraine den Preisanstieg kurzfristig bremsen. Doch die grundlegenden Triebkräfte – hohe Verschuldung, schwacher Dollar und die Suche nach Sicherheit – blieben bestehen.
