„Habe mich nicht informiert“
Eintracht-Legende erzählt von kurioser Wechsel-Panne
Aktualisiert am 03.11.2026 – 07:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Eintracht-Fans geraten beim Namen Jay-Jay Okocha noch heute ins Schwärmen. Auch neben dem Platz ist er unterhaltsam, wie er mit einer kuriosen Geschichte zeigt.
Jay-Jay Okocha ist einer der beliebtesten und bekanntesten ehemaligen Spieler von Eintracht Frankfurt. Bei vielen Fans bleibt seine Technik am Ball bis heute in lebendiger Erinnerung. Unvergessen ist sein Solo gegen den Karlsruher SC, bei dem er 1993 Torhüter Oliver Kahn und mehrere Gegenspieler aussteigen ließ. Von 1992 bis 1996 wirbelte er für die Eintracht durch die Bundesliga, wechselte dann zu Fenerbahçe Istanbul und Paris Saint-Germain, bevor es ihn 2002 in die Premier League zu den Bolton Wanderers zog.
Seinen Wechsel nach England, in die weltbeste Fußballliga, hatte sich der Nigerianer Okocha allerdings anders vorgestellt. Im Podcast „The Obi One Podcast“ von John Obi Mikel, ehemaligem Chelsea- und Nigeria-Star, verrät Jay-Jay Okocha den kuriosen Hintergrund seines Wechsels auf die Insel.
Jay-Jay Okocha: Böse Überraschung nach Vertragsunterschrift
Rückblickend sagt Okocha: „Um ehrlich zu sein, habe ich mich vorher nicht richtig informiert.“ Vor dem Wechsel aus Paris habe er gedacht, überall in England sei es schön: „Ich war in London. Ich hatte zuvor gegen Manchester United gespielt. Als ich hörte, dass Bolton nur zehn Minuten von Manchester ist, dachte ich: Das ist dasselbe Level.“
Bei seinen Vertragsverhandlungen sei er direkt vom Flughafen in Manchester zum Bolton-Stadion gefahren worden. „Das Stadion ist wunderschön“, erinnert sich Okocha. „Sie haben mich aber nicht zum Trainingsgelände gebracht.“ Das habe er erst gesehen, nachdem er seinen Vertrag unterschrieben hatte. Dann bot sich ihm eine böse Überraschung: Die Umkleide sei im Grunde eine Hütte gewesen, erzählt Okocha. Die Dusche habe nur Platz für drei Spieler geboten – wer duschen wollte, musste warten. Okocha erzählt weiter: „Ich sagte mir: Oh, Jay-Jay, was machst du hier?“
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Mit der Zeit konnte er sich mit Bolton aber anfreunden. Als Fußballer könne er überall leben, sagt Okocha – und die Nähe zu Manchester sei eine Art Rettung gewesen. Auch sportlich war die Station bei den Bolton Wanderers ein Erfolg. Okocha wurde in seiner ersten Saison trotz Verletzungsproblemen schnell zum Publikumsliebling und half Bolton beim Klassenerhalt. In der folgenden Spielzeit übernahm er das Kapitänsamt.
Zur Person
Augustine Azuka „Jay-Jay“ Okocha, geboren am 14. August 1973 in Enugu, kam 1992 von Borussia Neunkirchen zur Eintracht und bestritt 90 Bundesligaspiele und schoss dabei 18 Tore. Über Fenerbahçe Istanbul, Paris Saint-Germain und Bolton Wanderers führte ihn seine Karriere bis 2008 zu Hull City. Für Nigeria spielte der Offensivkünstler 73 Mal, gewann 1994 den Afrika-Cup und 1996 Olympiagold in Atlanta. Sein Solo gegen den KSC wählten die Sportschau-Zuschauer zum Tor des Jahres 1993.
2004 führte Okocha Bolton ins League-Cup-Finale – das erste Pokalfinale des Klubs seit neun Jahren. Bolton verlor die Partie in Cardiff allerdings mit 1:2 gegen Middlesbrough. Okocha blieb dem Verein bis 2006 verbunden und wurde zu einer der prägenden Figuren der Bolton-Mannschaft unter Trainer Sam Allardyce.
