Lebensgefahr im Stadtverkehr
Mini-Känguru ausgebüxt – prominenter Besitzer?
Aktualisiert am 30.09.2025 – 11:59 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein entflohenes Mini-Känguru, das einem prominenten Besitzer gehören könnte, beschäftigt Berlin und Brandenburg. Doch die Polizei sieht keinen Handlungsbedarf.
Seit zwei Tagen hüpft ein Mini-Känguru durch den märkischen Busch zwischen Berlin und Brandenburg – zurück nach Hause will es offenbar nicht. Der tierische Ausreißer, vermutlich ein Wallaby, war aus einem Privatgehege im Berliner Ortsteil Kladow entkommen. Das Tier wurde mehrfach in dem Stadtteil gesichtet.
Dort sprang es am Sonntag auch mehreren Streifenbeamten vor die Füße – doch bevor sie das Tier einfangen konnten, verschwand es im Unterholz. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde der Einsatz nach rund zwei Stunden abgebrochen. Die Berliner Polizei wird das entlaufene Känguru auch nicht weiter suchen. „Von dem Tier geht keine Gefahr für die Öffentlichkeit aus“, erklärte ein Sprecher der Behörde auf Anfrage der „B.Z.“ am Montag.
Nach Informationen der „B.Z.“ soll das Mini-Känguru dem Publizisten und Spiegel-Verlagserben Jakob Augstein (58) ausgebüxt sein. Ein Sprecher der Berliner Polizei wollte diesen Umstand auf Anfrage des „Tagesspiegel“ weder bestätigen noch dementieren. Der Halter habe der Polizei aber bestätigt, dass er ein Känguru vermisst. Seinen Angaben zufolge soll ein Unbefugter das Gatter geöffnet haben.
Der Berliner Stadtverkehr ist für das Mini-Känguru nun lebensgefährlich. „Das Tier ist absolut verängstigt, kennt sich nicht aus und weiß nicht, wohin es soll“, schilderte Derk Ehlert, Wildtierschutzbeauftragter des Landes Berlin, seine Lage im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“.
Auch die Ernährung in der Wildnis könnte problematisch werden. Wallabys ernähren sich zwar grundsätzlich von Gräsern, Stauden und Baumrinde, doch Tiere aus Gefangenschaft seien bestimmte Futterarten gewohnt. „Wenn es nun draußen frisst, könnte es sein, dass es mit dem Magen-Darm-Trakt Probleme und Schmerzen erleidet“, so Ehlert. Die Situation sei vor allem für das Tier belastend.
Wer dem flüchtigen Wallaby begegnet, soll Abstand halten – und keinesfalls versuchen, es selbst zu fangen. Stattdessen sei der richtige Weg, das zuständige Veterinäramt oder notfalls die Polizei zu informieren. Diese könne dann den Halter benachrichtigen. Zwar sei das Wallaby nicht aggressiv, könne sich aber im Notfall wehren – und vor allem weit springen. Bei Panik sind Sprünge von über 1,90 Metern möglich.
