Anlage schon lange außer Betrieb
Betreiber von Atomkraftwerk ist insolvent
Aktualisiert am 25.09.2025 – 14:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Kraftwerk ist bereits seit Jahrzehnten stillgelegt, doch es gibt noch immer Streit um mehrere Hundert Millionen Euro. Nun meldet der Betreiber Insolvenz an.
Die Hochtemperatur-Kernkraftwerk GmbH (HKG), Betreiberin des seit Jahrzehnten stillgelegten Kernkraftwerks THTR in Hamm-Uentrop, hat Insolvenz beantragt. Laut Angaben des Amtsgerichts Dortmund wurde das Verfahren eingeleitet, nachdem die Finanzierung des geplanten Rückbaus gescheitert war, wie zunächst die „Wirtschaftswoche“ berichtete.
Hintergrund ist ein langjähriger Streit über die Zuständigkeit für die Abbruchkosten des Reaktors, der seit 1989 außer Betrieb ist. Die HKG, an der unter anderem RWE und mehrere Stadtwerke beteiligt sind, hatte erfolglos versucht, Bund und Land Nordrhein-Westfalen zur Kostenübernahme zu verpflichten.
Nachdem sowohl das Landgericht Düsseldorf als auch das Oberlandesgericht die Klage abgewiesen hatten, erklärte HKG-Geschäftsführer Volker Dannert: „Damit steht die HKG unverändert vor der Situation einer ungeklärten Finanzierung der Restabwicklung des einst von Bund und Land NRW initiierten und vorangetriebenen Forschungsprojekts.“
Insgesamt belaufen sich die bislang genannten Rückbaukosten auf mehrere hundert Millionen Euro. Während 2021 im nordrhein-westfälischen Landtag noch von 753 Millionen Euro die Rede war, kursieren inzwischen auch deutlich höhere Summen. Allein für den sogenannten sicheren Einschluss des Reaktors wurden seit der Stilllegung über 440 Millionen Euro aufgewendet, aufgeteilt zwischen Bund, Land NRW und den HKG-Gesellschaftern. Die künftigen Abbruchkosten könnten ein Mehrfaches betragen.
Das Amtsgericht hat den Dortmunder Anwalt David Bunzel als vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt. Ziel des Verfahrens ist es laut einer Mitteilung seiner Kanzlei, den geordneten Rückbau auch unter Insolvenzbedingungen sicherzustellen. Das NRW-Wirtschaftsministerium betonte unterdessen, die nukleare Sicherheit des Reaktors sei nicht gefährdet. Für den Fall, dass die HKG notwendige Maßnahmen nicht mehr leisten könne, sei eine Ersatzvornahme durch ein beauftragtes Fachunternehmen vorbereitet worden.













