Immobilienbranche unter Druck
Bauriese ist insolvent
13.08.2026 – 11:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Kölner Projektentwickler Pandion steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Mehrere große Wohn- und Bürovorhaben hängen an dem Unternehmen.
Der Bauentwickler Pandion AG. Das Unternehmen hat am 10. August beim zuständigen Insolvenzgericht in Köln ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, berichten die „Rheinische Post“ und das Finanzportal „wallstreetonline“. Neben der Muttergesellschaft haben auch fünf weitere Unternehmen der Gruppe entsprechende Anträge gestellt, darunter die Pandion Real Estate GmbH sowie Gesellschaften für Vertrieb, Design, Projektmanagement und Engineering.
Schon eine Woche zuvor hatte sich die angespannte Finanzlage abgezeichnet. Am 3. August teilte Pandion mit, eine am 5. August fällige Zinszahlung auf eine Unternehmensanleihe vorerst nicht leisten zu können. Grund sei eine unerwartete Liquiditätslücke gewesen, nachdem ein Finanzierungspartner einen wichtigen Baustein zurückgezogen habe.
Auch die anschließend eingeleiteten Maßnahmen hätten nicht genügend zusätzliches Geld eingebracht, berichtet „wallstreetonline“. Nun soll das Unternehmen im Rahmen der Eigenverwaltung saniert werden.
Bauprojekte sollen weiterlaufen
Pandion entwickelt Wohn- und Gewerbeimmobilien in mehreren deutschen Großstädten. „wallstreetonline“ nennt rund 3.800 Wohnungen sowie etwa 200.000 Quadratmeter Bürofläche, die derzeit geplant oder gebaut würden.
Der Projektentwickler hat zahlreiche laufende Projekte: etwa den Neubau an der Anzinger Straße im Münchner Stadtbezirk Berg am Laim oder das Wohnquartier Pandion Bel in Düsseldorf. Die Projektgesellschaften selbst sind nach Angaben des Unternehmens nicht von den Insolvenzanträgen betroffen. Das Unternehmen will seine laufenden Bau- und Entwicklungsprojekte deshalb möglichst fortführen und dazu mit Projekt- und Finanzierungspartnern nach Lösungen suchen.
Gehälter vorerst gesichert
Welche Folgen die Insolvenz für einzelne Vorhaben haben wird, ist allerdings noch nicht absehbar. Für die Beschäftigten gibt es zunächst finanzielle Sicherheit. Die Gehälter für August, September und Oktober seien über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung durch die Bundesagentur für Arbeit abgesichert, berichtet „wallstreetonline“.
Bei einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung führt das bisherige Management die Geschäfte grundsätzlich weiter. Bei wichtigen Entscheidungen muss es sich jedoch mit einem gerichtlich bestellten Sachwalter abstimmen. Zunächst muss das Insolvenzgericht dem Antrag auf Eigenverwaltung zustimmen.
