Oktober 26, 2026 5:46 p.m. CET

Zwei Modelle geplant

ING nennt Konditionen für ihr Altersvorsorgedepot

Aktualisiert am 26.10.2026 – 14:30 UhrLesedauer: 2 Min.

ING-Logo: Die Direktbank lockt Sparer für das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot. (Quelle: Beata Zawrzel/imago-images-bilder)

Auch die ING will ein gefördertes Altersvorsorgedepot ohne Depotgebühren starten. Im Wettbewerb um Sparer unterbieten sich die Anbieter weiter.

Die ING will ab Anfang 2027 ein Altersvorsorgedepot anbieten – in zwei Varianten, die ohne Depotführungs-, Wechsel- oder Ordergebühren auskommen. Damit tritt Deutschlands größte Direktbank mit mehr als zehn Millionen Privatkunden einem Wettbewerb bei, in dem Banken und Digitalbroker seit Monaten mit immer niedrigeren Gebühren um Sparer werben. Das neue staatlich geförderte Depot soll es Verbrauchern ab 2027 ermöglichen, über Fonds und ETFs fürs Alter zu sparen und dabei Zulagen vom Staat zu erhalten.

Zwei Varianten zur Auswahl

Die ING bietet zwei unterschiedliche Modelle an. Beim Selbstentscheider-Depot können Anleger aus einer breiten Auswahl an ETFs und Fonds wählen; die Kosten beginnen bei einer Gesamtkostenquote von 0,03 Prozent pro Jahr. Wer weniger selbst entscheiden möchte, kann das Standarddepot wählen: Es besteht aus zwei aktiv verwalteten ETFs, die weltweit anlegen und von der ING zusammengestellt werden.

Dieses Modell kostet 0,2 Prozent pro Jahr und ist damit etwas teurer als vergleichbare Angebote der Sparkassen-Tochter Deka oder von Digitalanbietern. Sparpläne sind in beiden Varianten ohne Ausführungsgebühren möglich, der Einstieg beginnt ab zehn Euro monatlich. Burcu Civelek Yüce, die das Privatkundengeschäft der ING Deutschland leitet, begründet das Angebot so: „Altersvorsorge muss nicht für alle gleich sein, aber sie muss für alle einfach beginnen.“

Was der Staat dazugibt

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Sparmodell, bei dem Einzahlungen zwischen 120 und 1.800 Euro pro Jahr bezuschusst werden. Der Staat zahlt bis zu 540 Euro Zulage jährlich; für jedes Kind kommen bis zu 300 Euro hinzu. Kursgewinne, Dividenden und Zinsen bleiben während der Ansparphase steuerfrei und werden erst bei der Auszahlung besteuert. Wer bereits einen Riester-Vertrag hat, kann in das neue System wechseln und sein angespartes Guthaben übertragen.

Banken unterbieten sich gegenseitig

Die ING ist nicht allein: In der Finanzbranche ist ein Wettlauf um das Altersvorsorgedepot entbrannt. Die Deutsche Bank bietet gemeinsam mit ihrer Fondstochter DWS ein Standarddepot an, das in den ersten zwei Jahren 0,1 Prozent pro Jahr kostet und danach 0,28 Prozent. Zusätzlich plant die Deutsche Bank ein beratungsgestütztes Depot für 0,99 Prozent jährlich. Die Dekabank, Produktlieferantin der Sparkassen, veranschlagt für ihr Standarddepot ebenfalls 0,1 Prozent pro Jahr. Besonders starker Preisdruck kommt von Digitalanbietern wie Scalable Capital und Trade Republic.

Laut einer Studie der DWP Bank planen mehr als 90 Prozent der befragten 88 Geldinstitute ein eigenes Altersvorsorgedepot. Obwohl der Preiskampf es den Banken kaum erlaubt, damit Geld zu verdienen, wiegen Kundenbindung und die Aussicht auf weitere Geschäfte mit gewonnenen Sparern schwerer als die unmittelbare Wirtschaftlichkeit.

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