Noch ein Grund zur Sorge
Bruder von Königin Mette-Marit wird verklagt
24.10.2026 – 11:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Espen Høiby war Miteigentümer einer Flugschule, die Anfang des Jahres pleiteging. Nun fordern 60 geschädigte Studierende Gebühren von ihm zurück.
Für rund 160 angehende Pilotinnen und Piloten platzte kurz nach dem Jahreswechsel die Ausbildung: Die Pilot Flight Academy am Flughafen Torp im norwegischen Sandefjord meldete Insolvenz an. Viele Studentinnen und Studenten hatten ihre Studiengebühren von rund 250.000 norwegischen Kronen (umgerechnet etwa 24.000 Euro) bereits im Voraus bezahlt. Das Geld ist jetzt weg.
Deshalb zieht eine Gruppe von 60 ehemaligen Studierenden vor Gericht, wie der norwegische öffentlich-rechtliche Rundfunk NRK berichtete. Im Visier: Espen Høiby, Miteigentümer der Flugschule und Bruder von Königin Mette-Marit.
Hinter der Klage steht die Gewerkschaft Parat, die die Studierenden rechtlich unterstützt. Deren Anwalt Sigurd Kambestad erklärte NRK mit Blick auf Espen Høiby: „Soweit wir wissen, ist er es, der die Entscheidungen tatsächlich getroffen hat.“ Neben Høiby wurde auch der langjährige Geschäftsführer der Flugschule verklagt. Wie viel Schadenersatz die Studierenden fordern, ist nicht bekannt.
Høibys Anwalt weist Vorwürfe zurück
Høibys Anwalt Kristoffer Aasebø erklärte NRK: „Wir sind überzeugt, dass es keine Grundlage gibt, Espen Høiby in diesem Fall zu verklagen. Er hatte nie ein Vorstandsmandat bei der Pilot Flight Academy und hat das Unternehmen auch nicht gegenüber den Studierenden vertreten.“ Die Darstellung von Parat sei „falsch“ und „undifferenziert“. Aasebø erklärte weiter, Høiby habe stets auf Basis von Informationen der Geschäftsführung gehandelt, gestützt auf Kapitalzusagen der Eigentümer.
Vom Insolvenzverwalter des Unternehmens hieß es jedoch schon im Sommer, dass der Insolvenzantrag schon zu einem viel früheren Zeitpunkt hätte gestellt werden müssen und man die Finanzen gezielt nicht offengelegt habe. Ob die Polizei ermitteln wird, steht bisher nicht fest.
Norwegen-Royals von Tiefpunkten geplagt
Für Königin Mette-Marit und das norwegische Königshaus folgt in diesem Jahr ein Rückschlag auf den anderen. Die 53-Jährige befindet sich nach einer Lungentransplantation gerade in der Rehabilitation und wird bis zum nächsten Sommer keine offiziellen Termine wahrnehmen. Zudem trauert der Palast weiterhin um König Harald V., der am 28. August verstorben ist. Zwei Wochen später starb dessen ältere Schwester Prinzessin Astrid.
Hinzu kommt das Strafverfahren gegen Mette-Marits Sohn Marius Borg Høiby, den sie mit in die Ehe mit dem jetzigen König Haakon gebracht hat. Høiby war im Juni unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Bereits seit Februar befand er sich in Untersuchungshaft. Seit Mitte Juli wird diese mit elektronischer Fußfessel auf Gut Skaugum vollzogen, dem Landgut der norwegischen Königsfamilie. Høiby legte Berufung gegen die Verurteilungen wegen Vergewaltigung und häuslicher Gewalt ein. Der Fall soll ab Februar neu verhandelt werden.













