Ifo-Beschäftigungsbarometer
Hoffnung für den deutschen Arbeitsmarkt
27.08.2026 – 09:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Noch werden Jobs gestrichen, doch die Talsohle scheint durchschritten: Das Ifo-Beschäftigungsbarometer klettert, vor allem die Industrie schöpft neue Hoffnung.
Die anziehende Konjunktur macht sich am Arbeitsmarkt bemerkbar: Zwar werden in Deutschland noch immer Stellen gestrichen, doch das Tempo lässt nach. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer, das die Einstellungsabsichten der Unternehmen misst, kletterte im August um 1,8 Punkte auf 94,8 Zähler. Das ist der höchste Wert seit Mai 2025, wie das Münchner Institut am Donnerstag auf Basis seiner Unternehmensumfrage mitteilte. „Der Arbeitsmarkt zeigt eine leichte Aufwärtsbewegung“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „In Summe werden aber noch Arbeitsplätze abgebaut.“
Besonders in der Industrie verliert der Stellenabbau an Fahrt: Hier erreichte das Barometer sogar den besten Wert seit März 2024. Der Kurs bleibt in den meisten Branchen allerdings auf Sparen ausgerichtet. Zu den erfreulichen Ausnahmen zählen die Hersteller von Computern und elektronischen Geräten sowie die Nahrungsmittelindustrie: Dort wollen die Unternehmen sogar zusätzliche Mitarbeiter einstellen.
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Auch im Handel hellt sich die Stimmung auf, dennoch überwiegen im Groß- wie im Einzelhandel weiterhin die Abbaupläne. Bei den Dienstleistern halten sich Aufbau- und Kürzungsabsichten exakt die Waage. Die Beschäftigung dürfte unterm Strich stabil bleiben. Ähnliches gilt für den Bau.
Wachstumssignale mehren sich
Dass die deutsche Wirtschaft wieder in Schwung kommt, zeigt sich inzwischen an mehreren Stellen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, für den mehr als 9.000 Führungskräfte befragt werden, stieg im August bereits den vierten Monat in Folge und erreichte den höchsten Stand seit einem Jahr. Zudem ist die Wirtschaftsleistung drei Quartale hintereinander gewachsen. „Die deutsche Wirtschaft hat den Weg zu mehr Wachstum eingeschlagen“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.
Mehrere Banken und Verbände haben ihre Erwartungen bereits nach oben geschraubt: Der Genossenschaftsverband BVR verdoppelte seine Wachstumsprognose für dieses Jahr von 0,5 auf 1,0 Prozent. Das gewerkschaftsnahe IMK-Institut rechnet mit „mindestens 1,1 Prozent“, und die Förderbank KfW hob ihre Prognose von 0,7 auf 1,1 Prozent an – für 2027 sogar von 1,3 auf 1,5 Prozent.














