Das entspricht fast 60 Millionen Euro pro Kilometer. Als Gründe werden unter anderem allgemeine Baupreissteigerungen, Altbergbausanierung und zusätzliche Anforderungen im Artenschutz genannt. Der Bund der Steuerzahler kritisiert, dass die tatsächlichen Anforderungen unterschätzt worden seien. Die A143 sei dadurch zur Kostenfalle geworden.
Kölner Oper
In Köln nimmt der Steuerzahlerbund nicht nur die ohnehin teure Opernsanierung ins Visier, sondern auch das Drumherum zur geplanten Wiedereröffnung. Die Sanierung von Oper und Schauspielhaus sollte einst 253 Millionen Euro kosten und drei Jahre dauern. Nach 14 Jahren Sanierungszeit werden die Baukosten inzwischen mit 798 Millionen Euro angegeben. Einschließlich Interimsspielstätten, Finanzierung und Nebenkosten liegt das Gesamtvolumen laut Schwarzbuch bei rund 1,5 Milliarden Euro.
Nun kritisiert der Verband zusätzlich eine Marketingkampagne und ein Eröffnungsfestival. Die Stadt Köln lasse sich die Werbung für die Wiedereröffnung insgesamt rund 3,5 Millionen Euro kosten: 2,1 Millionen Euro für Anzeigen, Außenwerbung, Hörfunkspots, Social Media und Aktionen im Stadtraum sowie weitere 1,4 Millionen Euro für ein zweitägiges Festival.
Der Steuerzahlerbund hält das für überzogen. Die Wiedereröffnung hätte man aus seiner Sicht auch mit deutlich weniger Aufwand bekannt machen können.
Thalasso-Spa im Wangerland
Im niedersächsischen Wangerland sollte ein „Thalasso Meeres Spa“ zum touristischen Vorzeigeprojekt werden. Ursprünglich wurden die Investitionskosten auf 4,6 Millionen Euro geschätzt, die Eröffnung war für 2020 geplant. Am Ende wurde das Spa erst 2024 eröffnet und kostete rund 23 Millionen Euro.
Die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH war mit dem Projekt beauftragt worden. Ein privater Investor kam nach Darstellung des Steuerzahlerbunds auch deshalb nicht zum Zug, weil dann keine Fördergelder geflossen wären. Später musste die Gesellschaft Insolvenz anmelden. Zwei Schwimmbäder wurden geschlossen, Vermögenswerte sollten verkauft werden. Das Spa selbst soll ab 2027 möglichst von einem Betreiber übernommen werden.
Der BdSt sieht darin ein Beispiel dafür, wie die Aussicht auf Fördermittel zu riskanten Entscheidungen führen könne – ein Thema, dem der Verband ein ganzes Sonderkapitel im Schwarzbuch gewidmet hat.
Tapetenmuseum in Kassel
In Kassel entsteht ein neues Deutsches Tapetenmuseum. Ab Herbst 2027 sollen dort Tapeten aus einer rund 23.000 Exponate umfassenden Sammlung gezeigt werden. Die Kosten lagen 2017 noch bei 24,4 Millionen Euro. Inzwischen werden sie mit 34,9 Millionen Euro angegeben.
Das Land Hessen verweist auf die Verpflichtung, die Sammlung öffentlich zugänglich zu machen. Der Steuerzahlerbund kritisiert jedoch, dass keine konkreten Besucherprognosen vorliegen. Auch belastbare Erwartungen zu Eintrittserlösen gebe es nicht. Der Verband stellt daher infrage, ob der Neubau in dieser Größenordnung gerechtfertigt ist.












