September 15, 2026 10:40 a.m. CEST

Bundeskanzler in der Krise

Harald Schmidt verteidigt Friedrich Merz

15.09.2026 – 07:45 UhrLesedauer: 2 Min.

Harald Schmidt: Er stellt sich hinter Friedrich Merz. (Quelle: IMAGO / BOBO)

Friedrich Merz hat gerade keine gute Presse. Jetzt bekommt er Schützenhilfe von Harald Schmidt. Sein Rat: Der Kanzler sollte in die Offensive gehen.

„Kanzler schwer unter Druck“ oder „Kanzler in der Krise“ sind nur zwei Schlagzeilen, die derzeit über Bundeskanzler Friedrich Merz zu lesen sind. Auch bei der Bevölkerung ist er unbeliebt, findet kaum noch Rückhalt. Entertainer Harald Schmidt lehnt jedoch jegliche Rücktrittsforderungen ab.

Der 69-Jährige sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ich hoffe, dass er die Legislaturperiode durchsteht.“ Für Schmidt ist Merz in einer ähnlichen Situation wie viele andere westliche Regierungschefs: „Nennen Sie einen Regierungschef, der nicht zu Hause Probleme bis unters Dach hat.“ Vermutlich sei beim EU-Arktis-Gipfel in Finnland am 13. und 14. September bei jeder Gelegenheit gesagt worden: „Du wirst auch gleich abgewählt, gehen wir einen trinken!“

  • Friedrich Merz: Stürzt er?
Friedrich Merz: Er hat gerade keine gute Presse. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Die Medien hätten sich auf die Linie festgelegt, dass Merz es nicht könne. In einer solchen Situation habe es ein Politiker sehr schwer. Schmidt nannte als Beispiel Merz‘ Sommerurlaub. „Das ist so kleinkariert. Geht er in Urlaub, heißt es, er war zu lange in Urlaub. Geht er nicht in Urlaub, heißt es, er braucht mal Urlaub.“ Wäre er der Berater von Merz, würde er ihm raten, in die Offensive zu gehen. Vielleicht könnte es dann für ihn eine Wende zum Besseren geben.

„Süße, kleine Themen“

Die Fokussierung auf die angebliche Kanzlerkrise sage sehr viel über Deutschland aus, so Harald Schmidt. Er meint: „Das sind süße, kleine Themen, die wir uns hier leisten. Das kann nur jemanden beschäftigen, der schon lange keine Nachrichten mehr gesehen hat. Egal auf welchem Endgerät.“

Schmidt verwies auf das Treffen der Brics-Staaten am vergangenen Wochenende in Neu-Delhi. „Wenn ich sehe, mit welch guter Laune sich Putin, Modi und Xi Jinping da die Hand reichen. Und gleichzeitig warnen die KI-Bosse: ‚Ihr Lieben, es könnte früher Schluss sein als gedacht'“, sagte Schmidt. Er fügte an: „Während wir hier also die Schnuckiputzi-Tour fahren, ist ein Großteil der Welt bereits dabei, sich für die Zukunft zu rüsten.“

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