Harald Schmidt über Verona Pooth
„Da gibt es nichts zu entschuldigen“
04.11.2026 – 20:27 UhrLesedauer: 3 Min.
Harald Schmidt spricht über politische Unruhe, das Altern und Momente aus seiner damaligen Sendung. Dabei fallen auch die Namen Friedrich Merz und Verona Pooth.
Er prägte die deutsche Fernsehunterhaltung über Jahrzehnte wie kaum ein anderer: Harald Schmidt. Nach Stationen am Theater wurde er mit Co-Moderator Herbert Feuerstein durch „Schmidteinander“ und vor allem durch die“Harald Schmidt Show“ zu einem der bekanntesten Satiriker und Entertainer im deutschsprachigen Raum.
Heute steht der 69-Jährige wieder stärker als Schauspieler vor der Kamera und verkörpert auf dem „Traumschiff“ den Kreuzfahrtdirektor Oskar Schifferle. Daneben ist er gemeinsam mit dem Programm „Hanna & Harald – Scheuring fragt, Schmidt redet“ auf Schweizer Bühnen unterwegs. In der SRF-Talkshow „Gredig direkt“ sprach der Late-Night-Pionier über Medienrummel, das Älterwerden und frühere Aufreger.
Harald Schmidt über die neue Medienlogik
Die mediale Öffentlichkeit habe sich aus Schmidts Sicht grundlegend verändert. Einzelne große Auftritte pro Jahr reichten nicht mehr aus. Wer sichtbar bleiben wolle, müsse entweder ganz verschwinden oder die Öffentlichkeit regelmäßig bespielen – auch ohne eigenen Podcast oder eigene Plattform.
„Entweder sie machen gar nichts mehr oder sie ballern. Ich habe mich fürs Ballern entschieden“, sagte Schmidt im Interview mit Urs Gredig. Er erklärte, dass er auf vielen Plattformen und in Podcasts auftaucht, aber keine eigenen Kanäle aufbaut. Sein Status erspare ihm dabei die klassische Eigenwerbung: „Und muss nirgends anrufen und sagen, können wir mal was machen, weil mein Pudel hat eine neue Frisur, sondern ich werde angefragt.“
Harald Schmidt über Verona Pooth und die Vergangenheit
Im Gespräch werden auch frühere TV-Momente aus Schmidts Karriere gezeigt – darunter eine Szene von vor 30 Jahren: Verona Pooth, damals noch Verona Feldbusch, war in der „Harald Schmidt Show“ zu Gast, kurz nach dem Ende ihrer Blitz-Ehe mit Dieter Bohlen. Vor laufender Kamera leckte er der ehemaligen „Miss Germany“ übers Gesicht.

Schmidt lehnt es ab, diese Episode nach heutigen Maßstäben nachträglich zu bereuen; für ihn sei sie im Kontext ihrer Zeit zu betrachten. „Das war damals, Sie haben gesehen, wie sie reagiert hat. So war das damals. Da gibt es weder was zu entschuldigen noch zu korrigieren.“ Es sei „großartig“ gewesen, ein „Meilenstein der Fernsehgeschichte“. Man müsse nur „clever genug sein, sich im Laufe der Jahre anzupassen. Das heißt: Man ändert niemals die Haltung, aber immer das Vokabular.“
Harald Schmidt über Skandale
Auf Gredigs Frage, ob er sich „unangreifbar“ gemacht oder eine „Vogelfreiheit“ erarbeitet habe, antwortete Schmidt: „Sie dürfen keine Leiche im Keller haben und es darf nichts geben, was man irgendwie aufdecken kann. Ich hab‘ einen komplizierten Trick entwickelt: Ich zahle einfach Steuern. Da fällt ein großes Problem, dass es morgen bei Ihnen klingelt, weg.“
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