„Verdanke diesem Land viel“
Hape Kerkeling äußert sich zum Amt des Bundespräsidenten
13.10.2026 – 16:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Als Komiker wurde Hape Kerkeling berühmt. Wechselt er nun in die Politik? Der Star hat jetzt in einem Interview erklärt, wie realistisch dieses Szenario ist.
Mit schrägen Comedyshows wie „Total Normal“ legte Hape Kerkeling den Grundstein für seine jahrzehntelange Karriere. Legendär sind auch seine Parodien auf Königin Beatrix der Niederlande sowie seine Rolle des leicht ungustiösen Reporters Horst Schlämmer. Nicht nur das: Als Autor feierte er ebenfalls große Erfolge. Sein Buch „Ich bin dann mal weg“ über seine Pilgerreise auf dem Jakobsweg wurde zum Bestseller und später verfilmt.
Der 61-Jährige äußert sich auch häufig politisch. So spricht er sich seit Jahren für ein AfD-Verbotsverfahren aus. Im Juni wurde er auch deshalb für das Amt des Bundespräsidenten ins Gespräch gebracht. Die Petition „Hape Kerkeling als Bundespräsident – ein Zeichen für eine starke Demokratie!“ wurde bislang schon von über 154.000 Menschen unterzeichnet.
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Im „Spiegel“ zeigte sich Kerkeling nun gerührt. „Dass da jemand eine Petition startet und die Idee hat, eine queere Person soll Staatsoberhaupt werden – das wollte ich nicht unterbinden“, sagte er dem Magazin. Das werde „sicherlich nicht zum Erfolg führen“, war er sich sicher. Dennoch werde es wird für Diskussionen sorgen, „die einer freien Gesellschaft guttun“.
Kein klares Dementi
Ob er denn Interesse an einem solchen Amt hätte? Das will er nicht dementieren, bleibt aber zurückhaltend: „Ohne die CDU würde es nicht gehen. Und die wird jemanden nach ihrer Vorstellung küren. Da wollen wir hoffen, dass die Wahl auf die richtige Dame fällt.“
Kürzlich äußerte er sich bei einer Anhörung im Thüringer Landtag zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren, was viel Wirbel erregte. Im „Spiegel“ sprach er sich erneut für ein Verbot der Partei aus, nahm aber auch die Wählerschaft in die Verantwortung: „Wer Rechtsextremisten wählt, will keinen bloßen Denkzettel verteilen, wie es oft heißt“, sagte er. „Wer will, dass die Löwen in die Arena kommen, der will auch Blut sehen.“
Einer seiner Großväter wurde von den Nationalsozialisten politisch verfolgt. Dies nennt Kerkeling als einen Grund, warum er sich für die Demokratie einsetzt. „Ich verdanke diesem Land viel, zum Beispiel, dass ich als Kind aus einer Arbeiterfamilie etwas werden und in meiner Karriere von der Meinungsfreiheit profitieren durfte. Jetzt möchte ich etwas zurückgeben.“
