Positives Beispiel
Handy-Verstöße nehmen dramatisch zu – Braunschweig eine Ausnahme
20.10.2026 – 17:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei Kontrollen an Kreuzungen greift jeder dreißigste Fahrer verbotswidrig zum Smartphone. Braunschweig gehört zu den wenigen Ausnahmen.
Positive Ausnahme: Braunschweig gehört zu den wenigen Orten in Deutschland, an denen Freiwillige des Auto Club Europa (ACE) bei Stichproben an Kreuzungen keinen einzigen Fahrer beim verbotenen Smartphone-Gebrauch am Steuer erwischten. Der ACE hatte zwischen April und Juli an mehr als 300 Standorten bundesweit kontrolliert und dabei im Schnitt bei jedem dreißigsten Fahrzeug einen Verstoß festgestellt. Unfallforscher Siegfried Brockmann von der Björn Steiger Stiftung warnt, das Problem werde sich weiter verschärfen.
Neben Braunschweig blieben auch Jüterbog in Brandenburg, Oschatz in Sachsen und Trostberg in Bayern ohne Befund. Den höchsten Wert bundesweit verzeichneten die Ehrenamtlichen an einer Stuttgarter Kreuzung: Dort nutzten 17,9 Prozent der kontrollierten Fahrer ihr Smartphone am Steuer.
Fachleute fordern empfindlichere Strafen
Brockmann zufolge ist die tatsächliche Verbreitung des Problems schwer zu erfassen. Das Handy offen ans Ohr zu halten sei noch vergleichsweise leicht zu erkennen. Wer dagegen während der Fahrt Textnachrichten lese oder schreibe, tue dies meist mit dem Gerät auf dem Schoß. In amtlichen Statistiken tauche das kaum auf. „Das heißt aber nicht, dass es nicht vorkommt, sondern dass man es nicht nachweisen kann“, sagte Brockmann.
Beim Verkehrsgerichtstag in Goslar Anfang des Jahres forderten Fachleute, die Strafe für Handy-Vergehen am Steuer von einem auf zwei Punkte in Flensburg anzuheben. Zudem sprachen sie sich dafür aus, das Bußgeld von derzeit 100 auf mindestens 250 Euro zu erhöhen.
Handy-Blitzer nach Vorbild in Rheinland-Pfalz?
Brockmann hält davon wenig. Im Vergleich zu Geschwindigkeitsverstößen sei die Handy-Nutzung am Steuer in der Straßenverkehrsordnung bereits angemessen eingestuft. Wichtiger sei es, die Entdeckungswahrscheinlichkeit zu erhöhen. Rheinland-Pfalz setze dabei auf sogenannte Handyblitzer, die Verstöße von schräg oben fotografieren.
„Meine Prognose ist, dass wir davon noch viel mehr sehen werden, weil die Digital Natives ja gerade erst am Steuer angekommen sind und die eben überhaupt keine Minute aushalten können, ohne zu gucken, ob es irgendwas Neues gegeben hat“, sagte Brockmann. Je jünger und unerfahrener Fahrer seien, desto schlechter könnten sie einschätzen, wann ein kurzer Blick weg von der Fahrbahn vertretbar sei.
Mit Strafen allein werde man jüngere Fahrer nicht dazu bringen, das Smartphone vollständig wegzulegen, so Brockmann. Er setzt stattdessen auf technische Verbesserungen bei der Spracheingabe, damit Nachrichten künftig zuverlässiger per Stimme verfasst werden können.











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