Auswertung der DPolG
Miese Stimmung: Drei von vier Polizisten sind unzufrieden
16.10.2026 – 02:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Hamburger Polizisten geben ihrer Behörde nur 2,4 Sterne. Fast niemand fühlt sich wertgeschätzt – und was der Senat nun plant, heizt die Stimmung weiter an.
Weit weg von fünf Sternen: Mit gerade einmal 2,4 von maximal 5 Sternen bewerten Hamburger Polizisten ihren Arbeitgeber. Das geht aus einer Umfrage zur Berufszufriedenheit hervor, die die Deutsche Polizeigewerkschaft Hamburg (DPolG) jetzt veröffentlicht hat. 2.420 von 11.274 Beschäftigten beteiligten sich – eine Beteiligung von gut 21 Prozent.
Die Kernzahlen sind eindeutig: 1.305 Befragte würden sich nicht erneut für eine Laufbahn bei der Polizei Hamburg entscheiden, nur 808 bejahten die Frage. 74 Prozent haben einen Wechsel in ein anderes Bundesland angestrebt oder ernsthaft erwogen. Besonders erschreckend ist das Ergebnis beim Thema Wertschätzung: Von 2.420 Teilnehmenden gaben lediglich 53 an, dass ihre Arbeit und ihr persönliches Engagement anerkannt würden.
Viele Polizisten würden heute nicht mehr Hamburg wählen
In Freitextfeldern schrieben Beschäftigte etwa: „Die Vergütung steht nicht im Verhältnis zur Leistung, den Anforderungen und dem Umfang der Aufgaben.“ Oder: „Aufgrund der Nachzahlungen und der Besoldungserhöhung in anderen Bundesländern würde ich mich heute nicht mehr für Hamburg entscheiden.“
DPolG-Landesvorsitzender Thomas Jungfer wertet die Ergebnisse als „deutliches Stoppsignal“ an Polizeispitze und Behördenleitung. Besonders scharf kritisiert er die Besoldungssituation: In Hamburg müssten Beamte und Versorgungsempfänger ihre korrekten Bezüge durch Klagen bis vor das höchste Gericht erzwingen – „wie schäbig!“, so Jungfer.
Die Lage dürfte sich weiter zuspitzen: Der Doppelhaushalt 2027/2028 sieht laut DPolG eine „massive Spar-, Streich- und Kürzungsliste“ vor – darunter eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 41 Stunden, Personalreduzierungen sowie die Abschaffung von Polizeihubschraubern und Reiterstaffel. Jungfer fordert Innensenator Andy Grote (SPD) und Polizeipräsident Falk Schnabel auf, „die Belastung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei herunterzufahren, der Sparpolitik ein Ende zu setzen und sich verstärkt den Anliegen der Kolleginnen und Kollegen zuzuwenden.“














