Beinahe-Katastrophe in München
„Hätte Feuerball mit vielen Toten geben können“
17.08.2026 – 17:32 UhrLesedauer: 3 Min.
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München ist offenbar nur knapp einer Luftfahrtkatastrophe entkommen. Wie eng es wirklich war, wird immer deutlicher.
Todesangst an Bord von Flug VN34: Eine Reisende, die am Wochenende an Bord der Boeing 787-9 nach Vietnam war, als diese beinahe beim Start in München verunglückte, hat drastische Szenen beschrieben. Wie die Frau dem Münchner „Merkur“ berichtete, mussten alle Passagiere ihre Schuhe ausziehen und die Notfallposition einnehmen – also den Gurt straffen, den Oberkörper weit nach vorn beugen und den Kopf mit den Händen schützen.
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„Wir dachten, unser letztes Stündlein hätte geschlagen“, zitierte der „Merkur“ die Reisende, die der Zeitung zufolge anonym bleiben wollte. Schuhe, insbesondere solche mit hohen Absätzen oder schwerem Profil, können beim Verlassen von Flugzeugen über Notrutschen oder in engen Kabinengängen zu Stolperfallen werden. Barfuß oder in Socken ist die Gefahr, hängenzubleiben oder zu stürzen, geringer.
Beinahe-Katastrophe: Warum brach die Crew den Start nicht ab?
Auch laut Luftfahrtexperten war die Situation bedrohlich. „Das hätte einen Feuerball mit hunderten Todesopfern geben können, wenn die Piloten die Maschine nicht noch hochgezogen hätten“, erklärte Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt der Deutschen Presse-Agentur. Auch außerhalb des Flughafengeländes seien Menschen in Gefahr gewesen. „Das war wirklich knapp“, sagte Großbongardt dem Bayerischen Rundfunk (BR).
Am Samstag war die Boeing 787-9 der Fluggesellschaft Vietnam Airlines mit dem Ziel Hanoi über die Startbahn hinaus gerast, bevor es den Piloten gelang, die Maschine zu starten. In den sozialen Medien geteilte Videos zeigen eine gewaltige Staubwolke und Erschütterungen in der Kabine, außerdem dunkle Reifenspuren auf der Startbahn bis über ihr Ende hinaus. Unter anderem stelle sich nun die Frage, warum die Crew den Start nicht rechtzeitig abgebrochen habe, sagte Experte Großbongardt.
Nach Informationen der Plattform „Aviation Herald“ gibt es Hinweise, dass vor dem Start mindestens die Bremsen auf der rechten Seite des Jets blockierten. Wegen der geringen Startgeschwindigkeit soll das Heck des Flugzeugs aufgesetzt haben und beschädigt worden sein.
Laut einer Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS) entschieden die Piloten nach dem Start, den Flug abzubrechen und wieder in München zu landen. Zwei Stunden lang kreiste die Boeing 787-9 über dem Flughafen und ließ in mehreren Schleifen 60 Tonnen Kerosin ab. Zweimal überflog die Maschine im Tiefanflug den Flughafen, damit mögliche Schäden am Fahrwerk vom Boden aus erkannt werden konnten: Ein Überflug habe auf Bitten der Feuerwehr, der andere auf Bitten des Piloten stattgefunden, sagte die DFS-Sprecherin.













