Darüber hinaus können bestimmte Tumoren die Epo-Produktion anregen. Dann bilden sich vermehrt rote Blutkörperchen, ohne dass ein Sauerstoffmangel vorliegt.
Eine Polyglobulie kann nicht nur durch verschiedene Erkrankungen, sondern auch durch einen längeren Aufenthalt in großer Höhe entstehen. Der Grund: Der Sauerstoffgehalt in der Luft ist in großer Höhe niedriger ist als in geringer Höhe, sodass der Körper entsprechend mehr rote Blutkörperchen bildet.
Nicht zuletzt kann ein Überschuss roter Blutkörperchen – und damit einhergehend ein zu hoher Hämatokritwert – auch ein Anzeichen für Doping sein. Dabei erhöhen Sportlerinnen und Sportler mit verschiedenen Mitteln (unter anderem mit künstlichem Epo) die Zahl ihrer roten Blutkörperchen im Blut, sodass dem Körper mehr Sauerstoff zur Verfügung steht. Ein solcher künstlich erzeugter Anstieg des Hämatokrits kann gefährlich sein und bis zum Herzversagen führen.
Primäre Polyglobulie: Erhöhter Hämatokrit durch seltene Erkrankung
Selten ist ein zu hoher Hämatokritwert das Krankheitszeichen einer Polycythaemia vera. Dabei handelt es sich um eine Funktionsstörung der blutbildenden Zellen im Knochenmark.
Bei einer Polycythaemia vera produziert der Körper zu viele Blutzellen. Dies führt dazu, dass der Anteil der festen Bestandteile im Blut zunimmt, sodass der Hk-Wert steigt.
Hämatokrit zu niedrig: Was bedeutet das?
Ist der Hämatokrit zu niedrig, sind weniger feste Bestandteile im Blut enthalten als normal. Das Blut ist also dünnflüssiger.
Zu niedrige Hämatokritwerte entstehen zum Beispiel durch
- zu viel Wasser im Körper (Überwässerung) oder
- Blutarmut (Anämie), etwa bei Eisenmangel.
Zu niedriger Hämatokrit durch Überwässerung
Ist der Hämatokrit zu niedrig, kann das an einer Überwässerung (Hyperhydratation) liegen. Eine Überwässerung entsteht zum Beispiel, wenn ein starker Blutverlust im Notfall vorübergehend durch zellfreie Flüssigkeiten ausgeglichen wird.
Zu niedriger Hämatokrit durch Blutarmut
Ein niedriger Hämatokritwert kann auf eine Blutarmut (Anämie) hinweisen. Bei einer Blutarmut sind zu wenig rote Blutkörperchen und/oder Blutfarbstoff (Hämoglobin) vorhanden. Dadurch steigt der flüssige Anteil im Blut, und der Hämatokrit sinkt. Menschen mit Blutarmut wirken häufig sehr blass.
Häufigste Ursache für eine Blutarmut ist Eisenmangel. Fachleute sprechen von einer Eisenmangelanämie. Diese entsteht zum Beispiel durch mangelnde Eisenzufuhr, Blutungen (zum Beispiel durch ein Magengeschwür oder während der Menstruation) oder einen erhöhten Eisenbedarf. Ohne ausreichend Eisen kann sich nicht genug roter Blutfarbstoff (Häm) bilden, den die roten Blutkörperchen benötigen, um Sauerstoff zu transportieren.
Eine Anämie kann darüber hinaus zahlreiche andere Ursachen haben. Dazu zählen zum Beispiel Infekte, größere Blutverluste oder Nierenerkrankungen.















