„Nehme ich Leuten ein Vorbild?“
Ihr Gewichtsverlust bereitete Ricarda Lang Sorgen
Aktualisiert am 20.07.2026 – 19:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Grünen-Politikerin hat 40 Kilogramm abgenommen. Nun sprach Ricarda Lang darüber, welche Sorgen sie dabei lange begleitet haben.
Ricarda Lang hat ihr Leben geändert: Sie treibt Sport und hat ihre Ernährung umgestellt. Inzwischen hat die Ex-Grünen-Chefin rund 40 Kilogramm abgenommen. Doch der Weg dorthin war für sie auch mit einer anderen Sorge verbunden: Sie fragte sich, ob sie damit Menschen enttäuscht, die sich von ihr repräsentiert gefühlt hatten.
Bereits in ihrer Jugend sei sie „eher pummelig“ gewesen, erinnert sich die 32-Jährige in Katja Burkards Podcast „Glow Up Your Life“. Damals habe sie begonnen, sich für ihren Körper zu schämen. Themen wie Sport, Gesundheit und Ernährung seien für sie lange „schmerzbehaftet, angstbehaftet und schambehaftet“ gewesen, weshalb sie sich damit nicht habe auseinandersetzen wollen.
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Dieses Vermeiden habe sie sich selbst mit einem feministischen Argument erklärt. „Ne, das machst du nicht, weil das wäre irgendwie unfeministisch. Oder: Du darfst dich ja selbst nicht auf deinen Körper reduzieren“, habe sie sich selbst gesagt.
Inzwischen sieht Lang das anders. Wer sich um die eigene Gesundheit kümmere, sorge dafür, „dass der Körper auch in der Lage ist, ganz andere Lebenssituationen gut zu meistern“, erklärt sie.
„Enttäusche ich da Leute?“
Hinzu kam eine öffentliche Dimension. Lang hatte sich in der Vergangenheit dafür eingesetzt, dass dicke Frauen nicht angegriffen werden. „Dafür werbe ich übrigens immer noch!“, stellt sie klar. Hasskommentare seien „nicht nur kontraproduktiv, sondern auch unmöglich und verletzend“. Gleichzeitig hätten ihr viele Menschen geschrieben, dass sie sich von ihr repräsentiert fühlten. „Da hatte ich dann Sorge, enttäusche ich da Leute? Nehme ich vielleicht Leuten auch ein Vorbild?“, sagt Lang.
Nach ihrer Abnahme seien die Rückmeldungen jedoch durchweg positiv ausgefallen. „Ganz, ganz viele haben sich für mich gefreut“, erzählt sie. „Manche schreiben auch: Ey, das war ein Vorbild für mich!“ Ihre Entscheidung bereue sie nicht. Mit 30 Jahren seien Gedanken über die eigene Gesundheit aufgekommen, etwa ob sie mit 50 noch fit sein wolle. Ihr sei damals klar geworden, dass sie ihr Wohlbefinden nicht davon abhängig machen könne, „was Leute vielleicht in dich hinein interpretieren – oder was Leute von dir sehen wollen“.














