Jahrelange Qualen
Bunsenbrenner, Nägel, Zangen: Frau erlebt grausame Folter
Aktualisiert am 09.09.2026 – 15:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Systematisch soll eine Frau in Niedersachsen über Jahre gefoltert worden sein. Gleich mehrere Menschen sollen sie mit verschiedensten Werkzeugen traktiert haben.
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Anklage gegen zwei Männer und zwei Frauen erhoben, die eine heute 32-Jährige über Jahre hinweg abhängig gemacht und schwer misshandelt haben sollen. Die Behörde geht von mindestens 33 Taten aus, die die Angeklagten in Salzgitter in viereinhalb Jahren verübt haben sollen. Laut den Ermittlungen sollen die Angeklagten, ein Ehepaar sowie die Tochter und deren Lebensgefährte, ihr Opfer zunehmend hörig gemacht und regelrecht Freude an den Misshandlungen entwickelt haben. Wann es zu einem Prozess kommt, steht noch nicht fest.
Oberstaatsanwalt Hans Christian Wolters sagte t-online: „Ich mache den Job seit über 20 Jahren. Aber so einen Fall habe ich noch nie erlebt.“ Insbesondere die Schwere der Taten sowie der lange Zeitraum seien außergewöhnlich.
Die 32-Jährige war zu Beginn der Taten im Jahr 2021 seit vielen Jahren mit der 63-Jährigen sowie ihrer 29-jährigen Tochter befreundet und „geradezu familiär verbunden“. So hätten diese dem Opfer eine Wohnung verschafft, nachdem die Frau infolge einer Trennung obdachlos geworden war. Zudem soll die 29-Jährige der 32-Jährigen bei Behördengängen und in finanziellen Belangen geholfen haben.
- „Mich hat das sehr geschockt“: Anwohnerin entdeckt halb nackte, gefesselte Frau – erschütternder Fall in Soest
Opfer hilft im Haushalt – dann beginnen die Qualen
„Aus Dankbarkeit“, so beschreibt es die Staatsanwaltschaft, habe die 32-Jährige tagtäglich Reinigungsarbeiten in den Haushalten der beiden Frauen erledigt. Als Entlohnung habe sie kein Geld, sondern Essen erhalten. Dann habe die Folter begonnen: Wegen angeblicher Fehler hätten die beiden Frauen angefangen, das Opfer zu bestrafen – etwa mit Ohrfeigen oder Schlägen in die Magengrube. „Aus diesen Sanktionen heraus entwickelten beide Frauen schnell eine ausgeprägte Neigung, die Geschädigte zu dominieren“, so die Ermittler.
Tagtäglich hätten die Peiniger neue Gründe erfunden, um die junge Frau „körperlich misshandeln, quälen, demütigen und verstümmeln zu können“. Teils halfen auch die beiden ebenfalls angeklagten Männer mit. Das „gebrochene und wehrlose“ Opfer habe die Qualen über sich ergehen lasse und keine Anzeichen des Schmerzes gezeigt, um die Lage nicht noch weiter zu verschlimmern.
Angeklagte sollen sich am Schmerz „ergötzt“ haben
Laut Staatsanwaltschaft sollen die Angeklagten zahlreiche Werkzeuge für ihre Folter benutzt haben, darunter Baseballschläger, Bunsenbrenner, Zangen, Hammer und Nägel. Die junge Frau habe dadurch „schier unerträgliche Schmerzen“ erlitten, etwa durch das Ziehen von Zähnen oder auch sexualisierte Gewalt. „Dabei kam es den Angeschuldigten darauf an, die Geschädigte zu erniedrigen und ihr gegenüber wiederholt die eigene Machtposition aufzuzeigen, wobei sie sich zugleich am Leid, der Angst und den Schmerzen des Opfers ergötzten.“
