Veränderungen durch Hitze
„Männerfresserin“ breitet sich aus – viele Meldungen aus Berlin
07.08.2026 – 11:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Hitzesommer 2026 treibt die Gottesanbeterin früher als je zuvor durch Berlins Gärten und Wohnungen. Wer das Insekt entdeckt, sollte es unbedingt melden.
Der Hitzesommer 2026 hat die Gottesanbeterin alias die „Männerfresserin“ früher als üblich durch Berlin getrieben. Das teilte der Naturschutzbund Berlin (Nabu) am Freitag mit.
Allein in der letzten Juliwoche gingen auf der Plattform naturgucker.de vom Nabu mehr als 2.000 Beobachtungen ein – 166 davon aus Berlin. Normalerweise häufen sich die Meldungen erst im August. Janina Klug, Artenschutzreferentin beim Nabu Berlin, vermutet, dass die Hitzewellen die Tiere schneller wachsen ließen.
Gottesanbeterin verirrt sich auch in Wohnungen
Inzwischen ist die Fangschrecke in allen Berliner Bezirken anzutreffen. Noch vor wenigen Jahrzehnten galt sie in Deutschland als Exotin, beschränkt auf die wärmsten Regionen. Auf dem Schöneberger Südgelände wurden laut Nabu vermutlich schon seit den 1980er-Jahren ausgesetzte Tiere gefunden. Heute taucht sie auf Brachen, Schuttflächen und an sonnigen Wegrändern auf – mitunter verirrt sie sich auch in Wohnungen.
Erwachsene Tiere sind derzeit besonders aktiv. Auf der Suche nach Nahrung und Paarungspartnern fliegen sie kurze Strecken. Erkennbar sind sie an ihren markanten Fangarmen; je nach Umgebung grün oder braun gefärbt, tarnen sie sich gut. Flügel tragen nur die ausgewachsenen Tiere.
Weibchen fressen Männchen nach der Paarung
Bis etwa Mitte September sind Gottesanbeterinnen häufig zu sehen, danach nimmt ihre Zahl rasch ab. Rund ein Drittel der Männchen stirbt unmittelbar nach der Paarung – gefressen vom Weibchen. Klug ordnet das ein: „Was grausam klingt, ist biologisch sinnvoll: Die Männchen haben zur Fortpflanzung beigetragen, und die Weibchen gewinnen Energie für die aufwendige Produktion der Eier.“ Im Herbst sterben auch die Weibchen. Den Winter überstehen nur die schaumartigen Eipakete, sogenannte Ootheken.
Sichtungen lassen sich auf der Nabu-Seite naturgucker.de melden
