Brisante Aussage im Mordfall Fabian
„Wen interessiert es, wenn andere Kinder sterben?“
Aktualisiert am 01.09.2026 – 14:23 UhrLesedauer: 3 Min.
Im Fabian-Prozess kommen verstörende Sprachnachrichten der Angeklagten ans Licht. Ein Schöffe lässt mit einer Frage an Gina H. aufhorchen. Der 25. Prozesstag im Überblick.
Am 25. Prozesstag im Fall des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow haben abgespielte Sprachnachrichten der Angeklagten Gina H. einen Einblick in das Innenleben der 30-Jährigen wenige Tage nach dem Leichenfund gegeben. Zum einen machte sie der Mutter des Getöteten Vorwürfe – zum anderen äußerte sie sich verständnislos über das öffentliche Interesse für den Fall.
Fabian war am 10. Oktober vergangenen Jahres mit sechs Messerstichen getötet und seine Leiche anschließend verbrannt worden. Gefunden wurde der tote Junge aus Güstrow (Landkreis Rostock) erst vier Tage später an einem Tümpel bei Klein Upahl – von der Angeklagten Gina H. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie mit dem Mord einen Streitpunkt in der Beziehung zu Fabians Vater aus dem Weg räumen wollte. Dieser hatte sich zwei Monate vor der Tat von der 30-Jährigen getrennt. Inzwischen sind beide wieder ein Paar und er glaubt an ihre Unschuld. Für Gina H. gilt die Unschuldsvermutung.
Laut RTL und „Bild“-Zeitung erhob Gina H. in einer Sprachnachricht an eine Bekannte einige Tage nach dem Leichenfund Vorwürfe an Fabians Mutter Dorina L. Diese habe das Thema in den Medien „hochgepusht“. „Nicht mal die Promis machen das so, wenn ihren Kindern irgendwas passiert“, sagte sie demnach.
Der Fall Fabian hatte von Beginn an großes öffentliches Interesse hervorgerufen – zahlreiche Medien berichteten intensiv von der Suche nach dem Kind und den anschließenden Mordermittlungen. Auch daran störte sich Gina H. offenbar, wie der „Stern“ berichtete. Demnach habe sie in einer Sprachnachricht gesagt: „Und jetzt plötzlich trauert ganz MV (Mecklenburg-Vorpommern, Anm. d. Red.), obwohl ihn keiner kennt. Ich finde das nicht schlimm, ich finde es auch schön, diese Anteilnahme. Aber wen interessiert es, wenn andere Kinder sterben? (…) Fabian kannte niemand.“ Wenn Kinder an Krebs stürben, werde „auch nicht so ein Aufriss“ gemacht. Gina H. weiter: „Andere Kinder, die missbraucht werden, so wie ich damals in Güstrow, da hat auch kein Hahn nach gekräht.“














