„War seine Marionette“
Kritik an Infantino alles nur Teil eines größeren Plans?
Aktualisiert am 07.08.2026 – 08:52 UhrLesedauer: 5 Min.

Der Führungszirkel der Fifa stärkt dem Präsidenten den Rücken. Das soll in der Verbandszentrale in Zürich ganz anders sein. Und steckt hinter dem Aufruhr der vergangenen Tage ein größerer Plan?
Gianni Infantino bleibt standhaft. Trotz aller Kritik, internen Enthüllungen und Rücktrittsforderungen wird er das Amt des Fifa-Präsidenten nicht abgeben. Warum auch? Aus seiner Sicht hat er sich keine grobe Verfehlung geleistet. Ja, es seien beim Investorendeal rund um die Fußball-WM „Fehler unterlaufen“ und das Verfahren hätte „anders gehandhabt werden müssen“, teilte der Verband am Mittwochabend mit.
Aber es sei nie die Absicht gewesen, „dem Fifa-Rat und den Fifa-Mitgliedsverbänden das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein.“ Infantino habe die 211 Mitgliederverbände auch gar nicht vor vollendete Tatsachen stellen wollen.
Alles nur ein großes Missverständnis. Und jetzt wieder zurück zur Tagesordnung.
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Generalsekretär Mattias Grafström und die Mitglieder der Geschäftsführung scheinen das genauso zu sehen. Nach einer Krisensitzung in Marokko bekräftigten sie am Mittwochabend „ihre uneingeschränkte Unterstützung für Fifa-Präsident Gianni Infantino – den einzigen Amtsträger, der von den 211 Fifa-Mitgliedsverbänden gewählt wurde“. Gleichzeitig betonte Infantino selbst „seine volle Unterstützung für den Fifa-Generalsekretär und die Fifa-Administration“. Zudem gab es ein Sonderlob für die „hervorragende Arbeit“ zur Durchführung der WM in den USA, Kanada und Mexiko.
Nur beruht das wohl nicht so richtig auf Gegenseitigkeit, das sagt zumindest Alexander Koch. Er war von 2001 bis 2017 unter anderem Sprecher und stellvertretender Kommunikationschef beim Weltverband. „Kaum jemand steht in der Fifa-Administration hinter Gianni Infantino“, erzählt er im Gespräch mit t-online über die Stimmung in der Verbandszentrale in Zürich.
„Macht, Geld und Gier stehen in erster Reihe“
Eine Entwicklung, die es schon über Jahre geben soll und nicht erst dadurch entstanden ist, dass Infantino versuchte, 20 bis 30 Prozent der Anteile an der Fußball-WM an externe Investoren zu verkaufen. Schon kurz nach seinem Amtsantritt 2016 habe er sich sehr distanziert gezeigt, sei kaum aus seinem Büro gekommen und habe den Kontakt zu Mitarbeitern gemieden, berichtet Koch.
Das größte Problem: Sein Verhalten bringe die ganze Organisation in Verruf. Zu Unrecht, findet Alexander Koch. „Das Bild, das Infantino und damit die Fifa nach außen abgeben, ist desaströs. Denn es spiegelt eins zu eins das Verhalten von Leuten wie US-Präsident Trump wider. Und da steht Macht, Geld und Gier in erster Reihe.“
















