Das gefällt seinem Umfeld nicht
Kanzler Merz überrascht mit S-Bahn-Aussage
Aktualisiert am 18.09.2026 – 08:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Kanzler nutzt auf dem Weg zur Arbeit nicht nur die Dienstlimousine. Ab und an steigt er in die S-Bahn – sehr zum Leidwesen seines Umfelds, wie er nun sagte.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nutzt in Berlin nach eigenen Angaben für den Weg ins Büro nicht immer den gepanzerten Dienstwagen. Wenn es sein Terminplan zulässt, fahre er „hin und wieder mit der S-Bahn“, sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung der Berliner CDU in der Parteizentrale. In seinem Umfeld gebe es zwar viele, die das nicht gerne sehen – er selbst möge es aber.
Merz schilderte, wenn er die öffentlichen Verkehrsmittel für den Weg ins Regierungsviertel benutze, nehme er die Linien S1, S2 oder S25 und steige am Pariser Platz (S-Bahn-Station „Brandenburger Tor“) aus. Von dort gehe er durch das Brandenburger Tor Richtung Bundestag – bewusst mit einem kleinen Umweg. Wenn Zeit sei, schaue er sich zudem eine Plakette zu Ehren des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan auf der Westseite des Tors an.
Medienberichten zufolge hat Merz auch eine Dienstwohnung am Potsdamer Platz, von dort ist es mit den S-Bahnen nur eine Station bis zum Brandenburger Tor. Gerade am frühen Morgen genieße er den historischen Ort und empfinde Dankbarkeit, sagte Merz. Er habe noch erlebt, dass der Gang durch das Tor während der deutschen Teilung nicht möglich gewesen sei.

Merz: Joggen im Tiergarten
Der Kanzler ergänzte, er habe seit der Wende Freunde in Berlin, komme aber kaum dazu, sie zu besuchen. Sein Radius sei weitgehend auf den Ortsteil Mitte beschränkt, wo sich auch die Regierungseinrichtungen befinden. Der Tiergarten, den er auch aus dem Büro sehe, sei für ihn weiterhin ein Ort zum Joggen – früher öfter als heute.
Die Veranstaltung im Konrad-Adenauer-Haus diente nach Worten von CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers als Motivation für Wahlkämpfer vor der Abstimmung zum neuen Abgeordnetenhaus am kommenden Sonntag. In Umfragen liegt die CDU knapp hinter der Linken.
In seiner Rede sprach Merz zudem von Anzeichen wirtschaftlicher Erholung in Deutschland. Für 2026 stellte er ein Wachstum von etwa 1,3 Prozent in Aussicht, betonte aber weiteren Reformbedarf. Außenpolitisch verwies er auf eine grundlegende Veränderung im Verhältnis zu den USA: Die Ära einer „unbedingten transatlantischen Freundschaft“ sei wohl für längere Zeit vorbei, so der 70-Jährige.














