Nach Banaszak ist nun Brantner in Sachsen-Anhalt an der Reihe, mit Sziborra-Seidlitz um Stimmen zu werben. Mittlerweile hängen die Plakate in Magdeburg, der klassische Wahlkampf läuft so richtig an.
„Lasst euch nicht unterkriegen“
„Das war eine Besondere, mit der ich hier gerade gesprochen habe?“, fragt die 67 Jahre alte Dagmar etwas verdutzt, angesprochen auf ihr Gespräch mit Franziska Brantner wenige Minuten zuvor. Die Parteichefin ist für sie eine Unbekannte. Brantner hatte die Frau an der Kreuzung in der Magdeburger Innenstadt mit einem Eis abgefangen, sich eine Weile mit ihr unterhalten. Die Rentnerin sagt, sie sei Mitglied der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD). Die Grünen würden nicht die Hauptverursacher der „globalen Krise“ ins Visier nehmen, kritisiert sie. Grundsätzlich sei sie der Partei gegenüber aber nicht negativ eingestellt.
Vom Feindbild Grüne im Osten merkt man an diesem Nachmittag rund um den Wahlkampfstand der Grünen nichts. In den zentralen Wohngebieten der Stadt, in denen auch viele Studierende leben, sind SPD und Linke stark. Es gibt keine aggressiven Pöbler, alles bleibt friedlich. „Lasst euch nicht unterkriegen“, ruft der 33 Jahre alte Stefan den grünen Wahlkämpfern stattdessen zu. Wählen werde er die Grünen aber nicht, erzählt der Schlosser. Die Linke setze sich mehr gegen gesellschaftliche Ungerechtigkeiten ein, diese Partei werde im September seine Stimme bekommen. Die Grünen seien aber auch eine gute Partei.
Auch beim anschließenden Haustürwahlkampf mit Brantner, dem Landtagsabgeordneten Olaf Meister und der Magdeburger Stadträtin Madeleine Linke nur zwei Straßen weiter gibt es keine negativen Zwischenfälle. Das Trio, Spitzenkandidatin Sziborra-Seidlitz ist nicht dabei, arbeitet sich durch die Etagen, alles geht blitzschnell. Klingeln, warten, wenn keiner öffnet: Flyer dalassen. Dann zack, weiter, nächste Tür. Keine Zeit verlieren. Man spürt, dass Brantner das nicht zum ersten Mal macht.
Alles wirkt wie eine eingeübte Routine, nach jedem Wohnhaus wird schnell ausgewertet. Stadträtin Linke trägt in eine App ein, wie viele Türen geöffnet wurden. So soll Doppelarbeit vermieden werden, in der App können besonders Fleißige auch virtuelle Abzeichen bekommen. Die Gamification des Haustürwahlkampfs sozusagen.














