Millionenschaden im Netz
Frankfurter Ermittler zerschlagen Betrügerbande
14.08.2026 – 18:26 UhrLesedauer: 1 Min.
Eine Sicherheitslücke bei einem Zahlungsdienstleister nutzten Kriminelle aus, um Konten von Bankkunden leerzuräumen. Nun haben Behörden das Netzwerk aufgedeckt.
Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt haben gemeinsam mit brasilianischen Behörden ein internationales Netzwerk von Online-Banking-Betrügern zerschlagen. Die Kriminellen sollen im November 2023 innerhalb weniger Tage Millionen Euro von Konten deutscher Bankkunden abgebucht haben. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung von BKA und Generalstaatsanwaltschaft hervor.
Den Ermittlern zufolge nutzten die Täter eine Schwachstelle aus, die durch ein fehlerhaftes Softwareupdate bei einem Zahlungsdienstleister entstanden war. Über diese Lücke führten sie eine Vielzahl nicht autorisierter Abbuchungen durch. Den entstandenen Schaden beziffern die Behörden auf einen Betrag im Millionenbereich.
Großteil des Geldes ging nach Brasilien
Den Großteil der erbeuteten Gelder leiteten die Täter nach Brasilien weiter, wo das Geld nach Verschleierungsversuchen ausgezahlt wurde. Einen kleineren Teil verteilten sie auf vier europäische Länder. Angaben dazu, welche Banken und wie viele Nutzer in Deutschland betroffen waren, machten die Behörden nicht.
Nach mehrjährigen Ermittlungen wurden drei Tatverdächtige in Europa identifiziert. Sie werden nun in Spanien und Bulgarien strafrechtlich verfolgt. In Brasilien gingen die dortigen Behörden, unterstützt vom BKA, am Donnerstag bei einer Großaktion gegen das Netzwerk vor: Vier mutmaßliche Mitglieder wurden verhaftet, 21 Objekte in sieben Städten durchsucht. Die Erkenntnisse aus Brasilien sollen nun in die deutschen Ermittlungen einfließen.
Benjamin Krause, der die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt leitet, wertete den Ermittlungserfolg als Signal: Cybercrime-Täter könnten sich nicht in Sicherheit wiegen.















