Juli 17, 2026 9:14 a.m. CEST

Teppich von Bayeux

Frankreich bringt einen seiner größten Schätze nach England


Aktualisiert am 17.07.2026 – 01:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Besucher betrachten den Wandteppich von Bayeux, der die Eroberung Englands durch die Normannen im Jahr 1066 darstellt (Archivbild). (Quelle: Loic Venance/AFP/dpa)

Frankreich transportiert einen Schatz von unermesslichem Wert über den Ärmelkanal. Der Teppich von Bayeux ist in London angekommen. Experten hatten davor gewarnt.

Der mittelalterliche Teppich von Bayeux hat bei seinem Transport nach London französischen Angaben zufolge keine sichtbaren Schäden erlitten. „Ich kann bestätigen, dass keine sichtbaren Veränderungen festgestellt wurden und dass der Wandteppich die Reise gut überstanden hat“, sagte die Direktorin für Kulturerbe und Architektur im französischen Kulturministerium, Delphine Christophe, der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus dem British Museum in London.

Der Teppich war in der vergangenen Woche im nordfranzösischen Bayeux in einen Hightech-Behälter verfrachtet und dann nach London transportiert worden. Er wurde unter Polizeischutz in einem klimatisierten Lastwagen durch den Kanaltunnel nach Großbritannien gefahren. Die Leihgabe gilt als diplomatische Geste zur Bekräftigung der französisch-britischen Freundschaft.

Für eine Milliarde US-Dollar versichert

Wertvolle Fracht: Der Teppich wird vor dem British Museum in London angeliefert. (Quelle: Kwiyeon Ha/AP)

Der 68 Meter lange bestickte Teppich gehört zum Unesco-Welterbe und erzählt die Geschichte von William dem Eroberer, der den Ärmelkanal überquerte und den englischen König Harold II. in der Schlacht von Hastings im Jahr 1066 besiegte. Das Meisterwerk hat 30 Risse und fast 10.000 Löcher, weshalb einige Experten vor dem Transport gewarnt hatten. Auch in einer Studie aus dem Jahr 2021 war von Transport-„Risiken“ die Rede gewesen. Trotzdem wurde er nun nach London gebracht.

Der Teppich ist von unschätzbarem Wert. Für die Leihgabe versicherten die Ausstellungsmacher das Stück mit einer Milliarde US-Dollar (915 Millionen Euro). Die wertvolle Tapisserie wird jedoch nicht von einem privaten Unternehmen versichert. Um die riskante Tour abzusichern, trat das britische Finanzministerium als Versicherungsgeber auf. Damit sollten unter anderem Millionensummen an Steuergeldern gespart werden, die bei einem kommerziellen Versicherungshandel angefallen wären.

Im British Museum wird der fast 1.000 Jahre alte Teppich in einer eigens angefertigten flachen Vitrine vom 10. September an zu sehen sein. Offenbar ist das Interesse an dem historischen Kunstwerk groß. Bei einem Karten-Vorverkauf setzte das Museum bereits zehntausende Eintrittskarten ab. Die Ausstellung läuft bis Juli 2027.

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