Glasfasernetz
29 Kilometer unter Hannover: Forschern gelingt Weltpremiere
12.10.2026 – 09:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Wissenschaftlern aus Hannover ist ein besonderer Versuch gelungen. Er könnte die Kommunikation der Zukunft entscheidend verändern.
29 Kilometer durch das Glasfasernetz von Hannover – und das mit einer Technik, die bislang nur im Labor erprobt wurde. Forschern der Leibniz Universität Hannover ist nach eigenen Angaben ein weltweit einmaliger Versuch gelungen. Er könnte den Weg für besonders sichere Datenverbindungen und die Vernetzung von Quantencomputern ebnen.
Das Team um Physikprofessor Michael Kues schickte spezielle Lichtteilchen durch das öffentliche Glasfasernetz in der hannoverschen Nordstadt. Die Teilchen legten eine Strecke von 29 Kilometern zurück und kamen wieder im Labor an. Dort konnten die Wissenschaftler die übertragenen Quanteninformationen erfolgreich auslesen.
Neue Technik soll Daten sicherer übertragen
Das Besondere daran: Die Forscher nutzten sogenannte Quantenverschränkung. Dabei sind mehrere Lichtteilchen auf besondere Weise miteinander verbunden. Diese Verbindung ermöglicht es, Informationen anders zu speichern und zu übertragen als bei herkömmlichen Datenverbindungen.
- Trotz Rettungsaktion: Hannoveraner verbringt eisige Nacht auf Berg
Bisher konnten solche komplexen Verbindungen nur unter streng kontrollierten Bedingungen im Labor untersucht werden. Nun gelang die Übertragung erstmals über ein bereits bestehendes Glasfasernetz. Zudem konnten die Wissenschaftler pro Lichtteilchen deutlich mehr Informationen übertragen als bisher.
„Für Anwendungen in künftigen Quantennetzwerken reicht das nicht – diese komplexen Zustände müssen zuverlässig über reale Glasfaserverbindungen übertragbar sein“, erklärt Kues mit Blick auf die bisherigen Laborversuche.
Was der Erfolg für die Zukunft bedeutet
Die Ergebnisse könnten künftig dabei helfen, besonders sichere Kommunikationsnetze aufzubauen. Auch Quantencomputer sollen sich eines Tages über solche Verbindungen miteinander vernetzen lassen.
Bis dahin ist allerdings weitere Forschung nötig. Das Team der Leibniz Universität will seine Technik nun weiterentwickeln. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Light: Science and Applications“ veröffentlicht.
