Dinosaurier hatten „viel Pech“
Forscher lösen 66 Millionen Jahre altes Rätsel
21.07.2026 – 11:27 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Gesteinsbrocken, der die Dinosaurier auslöschte, war kein gewöhnlicher Himmelskörper. Eine Studie widerlegt eine bislang gängige Theorie zum Massensterben.
Der Meteorit, der vor rund 66 Millionen Jahren das Ende der Dinosaurier herbeiführte, gehörte offenbar zu einer seltenen Klasse von Gesteinsbrocken. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, für die Forscher winzige Rückstände des Einschlags untersuchten. Demnach war der Einschlagskörper vermutlich ein sogenannter CO-Chondrit – ein kohliger Chondrit der Ornans-Klasse.
Beteiligt waren Wissenschaftler der University of British Columbia (UBC) sowie Forscherteams aus Paris, Brüssel und Wien. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „Science Advances“ veröffentlicht.
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Ein extrem seltener Gesteinsbrocken
Um die Zusammensetzung des Meteoriten einzugrenzen, nutzten die Forscher die Ergebnisse einer hochpräzisen Analyse von Nickel-Isotopen. Die Wissenschaftler untersuchten dafür Proben aus einer dünnen Tonschicht, die sich durch den Einschlag rund um den Globus gebildet hatte.
„Das ist eine schwierige Arbeit“, erklärt Philippe Claeys, Professor an der Vrije Universiteit Brussel, der an der Studie mitarbeitete. „Nur ein winziger Bruchteil des Geschosses ist in der Tonschicht des Planeten erhalten, weil der gesamte Meteorit beim Aufprall verdampfte.“
Kohlige Chondriten machen nur etwa fünf Prozent aller bislang auf der Erde untersuchten Meteoriten aus. CO-Chondriten der Ornans-Klasse bilden davon nur einen winzigen Anteil. „Von einem so seltenen, aus großer Entfernung stammenden Geschoss getroffen zu werden, zeigt, wie viel Pech die Dinosaurier hatten“, sagt Claeys.
Warum das einer alten Theorie widerspricht
Die neue Erkenntnis verändert zwar nicht die grundsätzliche Annahme darüber, was das Massensterben auslöste, sehr wohl aber ein wichtiges Detail. Denn CO-Chondriten enthalten deutlich weniger flüchtige Elemente wie Kohlenstoff, Zink, Wasser und vor allem Schwefel als andere bekannte Meteoritenklassen.
CO-Chondriten
CO-Chondriten gehören zu den kohligen Chondriten – einer Klasse besonders ursprünglicher Steinmeteoriten, die seit der Entstehung des Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren kaum verändert wurden. Ihren Namen verdanken Chondrite den sogenannten Chondren: winzigen, kugelförmigen Silikat-Einschlüssen, die einst als schmelzflüssige Tröpfchen im frühen Sonnennebel erstarrten.
Das mache es unwahrscheinlicher, dass der im Einschlagskörper enthaltene Schwefel der entscheidende Faktor war, so Claeys. Als Hauptursache gilt demnach eher der feine Staub, der in die Atmosphäre geschleudert wurde und das Sonnenlicht blockierte.
Viele Fragen bleiben offen. Darunter etwa die, woher der Meteorit ursprünglich stammte. Als mögliche Herkunftsregionen gelten weit entfernte, trümmerreiche Bereiche des äußeren Sonnensystems oder der äußere Rand des Asteroidengürtels in der Nähe des Jupiter.
Chicxulub-Krater als Zeuge des Aufpralls
Der Einschlag des Meteoriten löste eines der größten Massensterben der Erdgeschichte aus und vernichtete rund 75 Prozent aller Arten, darunter auch die nicht zu den Vögeln zählenden Dinosaurier.
Der Meteorit hatte einen Durchmesser von etwa 10 bis 15 Kilometern und traf die Erde mit rund 64.000 Kilometern pro Stunde. Er hinterließ den gewaltigen Chicxulub-Krater, der heute unter der Halbinsel Yucatán in Mexiko verborgen liegt.















