Über Korsika
Fluglotse schläft – Flieger muss kreisen
Aktualisiert am 19.09.2025 – 01:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Auf der Insel Korsika hat es einen seltenen Vorfall im Flugverkehr gegeben. Ein Pilot konnte einen Fluglotsen nicht erreichen – er war eingeschlafen.
Ein Airbus der Fluggesellschaft Air Corsica musste Warteschleifen fliegen, weil es keine Kommunikation mit dem Flughafen Napoleon Bonaparte gab – aus einem kuriosen Grund. Wie die Nachrichtenseite „Corse.Matin“ berichtet, war ein Fluglotse eingeschlafen.
Der Flug sei aus Paris gekommen und habe ohnehin schon eine Stunde Verspätung gehabt. Beim Anflug bemerkte die Crew, dass es keine Antwort vom Tower auf der Insel gab. Außerdem sei die Landebahnbeleuchtung nicht angeschaltet gewesen, heißt es. Der Pilot habe dann die Feuerwehr des Flughafens kontaktiert. Die Feuerwehrleute hätten ebenfalls keinen Kontakt zum Funkturm aufnehmen können und die Polizei gerufen.
Das Flugzeug musste derweil über dem Golf von Ajaccio kreisen. Der Pilot informierte zunächst die Passagiere, dass er auf den Flughafen Bastia ausweichen müsse. Dann aber kam doch noch eine Antwort und auch das Flugfeld wurde beleuchtet. Wie „Corse.Matin“ berichtete, war der einzige Fluglotse im Dienst eingeschlafen und hatte die Funksprüche nicht gehört.
„In meiner jahrzehntelangen Karriere habe ich noch nie eine solche Situation erlebt“, sagte der Kapitän nach der Landung. Die Passagiere hätten den Vorfall jedoch mit Humor genommen.
Eine solche Situation stelle nicht die Sicherheit des Fliegens in Frage, sagte ein Pilot, der die Insel regelmäßig anfliegt, zu „Corse.Matin“. Die Passagiere seien zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen. Eigentlich sind zwei Lotsen im Tower, wobei einer eine Pause macht und der andere den Luftverkehr überwacht. Dieser war wohl zu müde. Vom Flughafen selbst gab es bislang keine Stellungnahme.
Nach Angaben der französischen Zivilluftfahrtbehörde DGAC wurde der Fluglotse auf Alkohol und Drogen getestet – beide Tests fielen negativ aus. Dennoch wurde eine interne Untersuchung eingeleitet. Der Mann soll zu einem arbeitsmedizinischen Termin erscheinen, außerdem werden disziplinarische Konsequenzen erwogen.














