Tausende Passagiere gestrandet
Wieder Drohnenalarm am Flughafen München
Aktualisiert am 04.10.2025 – 01:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Flughafen München hat am Abend wegen möglicher neuer Drohnensichtungen erneut den Betrieb vorsorglich eingestellt. Der zweite Vorfall innerhalb kurzer Zeit.
Erneut ist am Flughafen München der Betrieb wegen eines Drohnenalarms eingestellt worden. Der Flughafen nannte die Drohnensichtungen auf seiner Webseite noch unbestätigt. „Bei einem Verdacht auf Drohnensichtung hat die Sicherheit der Reisenden oberste Priorität“, hieß es in einer ersten Stellungnahme. Die Bundespolizei prüft demnach, ob es sich tatsächlich um unbemannte Flugobjekte handelt.
Auf der Flugdaten-Webseite Flightradar24, war zu sehen, wie mehrere Flugzeuge Warteschleifen nahe dem Airport drehten. Ein Flug aus Ägypten und eine Maschine aus Lissabon wurden umgeleitet. Der Flughafen nimmt frühestens am Samstagmorgen nach dem Drohnenalarm wieder seinen Betrieb auf – Tausende Menschen müssen die Nacht in den Terminals verbringen. Das sagte ein Flughafensprecher der Deutschen Presse-Agentur. .
Dem Flughafenbetreiber zufolge wurden am Abend 23 ankommende Maschinen umgeleitet, 12 weitere annulliert. 46 geplante Starts hätten nicht stattfinden können, sagte der Sprecher. Davon seien 6.500 Passagiere betroffen. Sie sollen nun vor Ort versorgt werden. „Es wurden Feldbetten aufgestellt, sowie Decken, Getränke und Snacks ausgereicht“, heißt es auf der Internetseite.
Deshalb wurden die Start- und Landebahnen gesperrt. Wegen der Drohnensichtungen fielen zahlreiche Flüge aus – rund 3.000 Passagiere waren davon betroffen. Hunderte Menschen mussten die Nacht in den Terminals aufgestellten Feldbetten verbringen. Andere sollten in Hotels gebracht werden. Unklar blieb, wer für den Vorfall verantwortlich sein könnte.
Zuletzt hatten zahlreiche Überflüge von Drohnen unbekannter Herkunft über dänischen Flughäfen und Militäreinrichtungen für Aufsehen gesorgt. Auch über Schleswig-Holstein wurden vergangene Woche Drohnen gesichtet.
Nach den Vorfällen am Donnerstagabend wird auf politischer Ebene diskutiert, wie Flughäfen besser geschützt werden können. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will die Bundeswehr im Zuge von Amtshilfe am Kampf gegen Drohnen beteiligen. Bisher ist das Sache der Polizei von Bund und Ländern. Dazu will Dobrindt schon bald einen Entwurf für ein neues Luftsicherheitsgesetz vorlegen. „Wir befinden uns in einem Wettlauf zwischen Drohnen-Bedrohung und Drohnen-Abwehr“, sagte der CSU-Politiker. Diesen gelte es zu gewinnen.
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) schloss auch Trittbrettfahrer nicht aus. „Ich bin sicher: Nicht jede Drohne steuert der Kreml – aber jede einzelne spielt (Präsident Wladimir) Putin in die Karten“, sagte Reul. „Wer leichtfertig eine Drohne steigen lässt, sollte sich darüber im Klaren sein.“ Er rief aber zur Besonnenheit auf: „Verunsicherung zu verbreiten, ist genau das Ziel, das etwa Russland mit solchen Aktionen verfolgt.“














