Ausfälle und Verspätungen
Fluggastklagen: In Köln steigen die Zahlen entgegen dem Bundestrend
27.09.2026 – 14:28 UhrLesedauer: 1 Min.
Bundesweit ziehen deutlich weniger Passagiere wegen verspäteter oder ausgefallener Flüge vor Gericht. In Köln aber ist die Zahl der Verfahren gestiegen.
Beim Amtsgericht Köln gingen im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 12.562 Fluggastklagen ein. Das waren knapp 500 Fälle mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Damit entwickelt sich Köln gegen den bundesweiten Trend, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet.
An den Amtsgerichten der 20 größten deutschen Flughafenstandorte wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres insgesamt 53.150 Klagen registriert. Das waren im bundesweit im Vergleich zu Köln fast 13.000 beziehungsweise 20 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025.
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Fluggastklagen belasten die Justiz – technische Unterstützung gefordert
Trotz des Rückgangs bleiben Fluggastklagen für die Justiz eine erhebliche Belastung. Nach Angaben des Deutschen Richterbundes liegen die Eingangszahlen weiterhin etwa doppelt so hoch wie vor fünf Jahren. Sollte sich die Entwicklung aus dem ersten Halbjahr fortsetzen, rechnet der Verband für 2026 erneut mit mehr als 100.000 Verfahren.
Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn fordert deshalb mehr technische Unterstützung für die Gerichte. Insbesondere KI-Assistenzsysteme könnten helfen, die Vielzahl ähnlich gelagerter Fälle schneller zu bearbeiten. Eine ausgereifte Anwendung dafür gebe es bislang jedoch nicht.
Hintergrund der Verfahren sind häufig Flugausfälle oder Verspätungen von mehr als drei Stunden. Nach EU-Recht können Reisende unter bestimmten Voraussetzungen Entschädigungen von 250, 400 oder 600 Euro verlangen – abhängig von der Flugstrecke.














