Oktober 6, 2026 3:08 p.m. CEST

War Infantino involviert?

WM: Fifa vertuschte wohl Unstimmigkeiten bei Achtelfinalist

06.10.2026 – 14:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Lionel Mpasi: Für Frankreichs U-Nationalmannschaften absolvierte er elf Partien. (Quelle: IMAGO/Rich von Biberstein/Icon Sportswire/imago)

Die Fifa soll Zweifel an der Spielberechtigung eines kongolesischen Torhüters ignoriert haben. Berichten zufolge spielt dabei auch eine persönliche Verbindung zu Verbandschef Infantino eine Rolle.

Laut „New York Times“ und der französischen Zeitung „Le Monde“ hatten Fifa-Rechtsexperten unvollständige Unterlagen zum Verbandswechsel von Torhüter Lionel Mpasi festgestellt. Dennoch verzichtete der Weltverband darauf, Konsequenzen für den Kongo zu ziehen. Mehrere Optionen bis hin zum Ausschluss aus den WM-Playoffs waren zuvor geprüft worden.

„Le Monde“ schrieb von einer „heiklen Angelegenheit, die die FIFA aus politischen Gründen“ vertuscht habe. Mpasi hatte zuvor für französische Jugendnationalteams gespielt. Bis zum Achtelfinal-Aus gegen England stand er in allen Partien des Kongo auf dem Feld.

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Ausgangspunkt der Untersuchung war eine Beschwerde des nigerianischen Verbandes. Die Fifa wies sie nach eigenen Angaben aus formalen Gründen zurück. Der Kongo hatte sich durch einen Erfolg über Nigeria für das Play-off-Turnier qualifiziert. Anschließend löste die Mannschaft gegen Jamaika das WM-Ticket.

Aktuell fehlt Mpasi mit einem Achillessehnenriss.

Infantino mit engen Verbindungen zu Kongos Verbandspräsident

Die „New York Times“ stellte zudem eine Verbindung zwischen Fifa-Präsident Gianni Infantino und dem heutigen Chef des kongolesischen Verbandes her. Véron Mosengo-Omba gilt demnach als Verbündeter Infantinos. Zum Zeitpunkt der Untersuchung bereitete er seine Kandidatur für den Verbandsvorsitz vor. Nach der Qualifikation für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada wurde er gewählt.

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Eine SID-Anfrage zu diesem Thema ließ die Fifa zunächst unbeantwortet. Der „New York Times“ teilte der Weltverband mit, die Ausschüsse seien „autonom und entscheiden über Fälle auf Grundlage der geltenden Vorschriften und der jeweils vorliegenden konkreten Fakten“. Infantino sei für seine Wiederwahl 2027 inmitten des Machtkampfes auf Unterstützung aus Afrika angewiesen. Einfluss auf solche Entscheidungen habe er aber nicht.

Während der WM hatte bereits die Aufhebung der Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun massive Kritik ausgelöst. US-Präsident Donald Trump hatte nach eigenen Angaben vor dem Achtelfinale gegen Belgien bei Infantino angerufen und um eine Überprüfung der Rotsperre gebeten. Die Sanktion wurde daraufhin zurückgenommen. Die Fifa beharrte darauf, dass ihre Disziplinarkommission unabhängig entschieden habe.

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