Nicht immer an Leberwerten erkennbar
Bei Diabetes leidet oft auch die Leber – zunächst unmerklich
Aktualisiert am 27.08.2026 – 15:33 UhrLesedauer: 6 Min.
Viele Menschen mit Diabetes Typ 2 erkranken auch an einer Fettleber. Warum das häufig erst spät erkannt wird und was dagegen hilft, erfahren Sie hier.
Diabetes wird auch Zuckerkrankheit genannt. In der Regel wissen Betroffene aber, dass ihre Erkrankung keineswegs nur ihren Zuckerstoffwechsel betrifft, sondern verschiedene Organe in Mitleidenschaft ziehen kann. Sehstörungen, Nierenerkrankungen, Nervenschäden, Wundheilungsstörungen, Bluthochdruck, Herzkrankheiten und Depressionen – all das sind mögliche Begleit- beziehungsweise Folgeerkrankungen von Diabetes Typ 2, der mit Abstand häufigsten Form von Diabetes.
Was Betroffenen nicht immer klar ist: Auch ihre Leber könnte in Gefahr sein. Etwa 70 Prozent aller Menschen mit Typ-2-Diabetes haben eine sogenannte metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD). Einfach formuliert: Ihre Leber lagert zu viel Fett ein. In der Folge kann sich eine Leberentzündung entwickeln. Wie Studien zeigen, begünstigt Typ-2-Diabetes nicht nur die Entstehung einer Fettleber, sondern erhöht auch das Risiko dafür, dass diese zur Entzündung fortschreitet.
Eine Entzündung wiederum kann die Leberzellen schädigen. Heilt sie immer wieder ab, kann das Organ zunehmend vernarben. Fachleute sprechen dann von einer Fibrose. Im fortgeschrittenen Stadium kann daraus eine Leberzirrhose entstehen.
Das Tückische: Wenn die Leber zu viel Fett einlagert, äußert sich das meist nicht durch Symptome, nicht einmal dann, wenn sich die Leber entzündet. Darum kann die Erkrankung lange unbemerkt bleiben – und somit unbehandelt.
Fettleber bei Diabetes Typ 2 – wie lässt sie sich feststellen?
Wie erwähnt macht eine Fettleber normalerweise nicht durch Beschwerden auf sich aufmerksam. In vielen Fällen wird die Erkrankung nur durch Zufall entdeckt – etwa, wenn eine Blutuntersuchung ergibt, dass die Leberwerte erhöht sind.
Für Leberwerte außerhalb des Normbereiches kann es zwar auch andere Gründe geben, eine Fettleber gehört aber zu den häufigsten. Insbesondere bei Personen mit Typ-2-Diabetes sind auffällige Leberwerte oft ein Hinweis auf eine Fettleber, da ihr Risiko für diese Erkrankung stark erhöht ist.
Umgekehrt sind normale Leberwerte kein zuverlässiges Zeichen für eine gesunde Leber: Selbst bei einer deutlichen Verfettung oder sogar einer Entzündung der Leber müssen die Leberwerte nicht erhöht sein.
Darum ist es für Menschen mit Typ-2-Diabetes sinnvoll, die Leber gezielt untersuchen zu lassen. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob sich Fett in der Leber eingelagert hat. Ärztinnen und Ärzte prüfen auch, ob die Leber entzündet ist und ob sich bereits Narbengewebe gebildet hat.
Ein Ultraschall kann Hinweise auf eine Fettleber geben. Die Leber erscheint dann oft heller und manchmal vergrößert. Eine leichte Verfettung kann im Ultraschall jedoch leicht übersehen werden. Außerdem zeigt eine normale Ultraschalluntersuchung nicht zuverlässig, ob die Leber entzündet oder bereits vernarbt ist. Auch normale Leberwerte schließen eine Fettleber, eine Entzündung oder eine beginnende Vernarbung nicht sicher aus.
Deshalb wird bei Menschen mit Typ-2-Diabetes häufig zunächst das Risiko für eine fortschreitende Lebererkrankung berechnet. Dafür kann zum Beispiel der FIB-4-Wert genutzt werden. Er berücksichtigt das Alter, bestimmte Leberwerte und die Zahl der Blutplättchen. Bei einem auffälligen Ergebnis können weitere Untersuchungen folgen, etwa eine Elastografie. Dabei wird gemessen, wie fest oder elastisch das Lebergewebe ist. So lässt sich besser einschätzen, ob nur eine Fettleber vorliegt oder bereits eine Entzündung oder Vernarbung hinzugekommen ist.














