August 10, 2026 6:34 a.m. CEST

Bildung

Hunderte Lehrer fallen wegen Krankheit dauerhaft aus

10.08.2026 – 05:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Hochgestellte Stühle sind in einem Klassenzimmer zu sehen: In Berlin sind zahlreiche Lehrer dauerhaft krankgeschrieben. (Quelle: Jens Kalaene/dpa)

Fast 400 Berliner Lehrkräfte fehlen seit mindestens einem Jahr im Unterricht. Ein Bezirk fällt dabei besonders negativ auf.

Fast 400 Lehrer an Berliner Schulen sind seit mindestens einem Jahr krankheitsbedingt nicht im Dienst. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Alexander King (BSW) hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt und über die zuvor die „Berliner Morgenpost“ berichtet hatte.

Demnach sind 225 verbeamtete Lehrkräfte seit mindestens zwölf Monaten krankgeschrieben, hinzu kommen 155 angestellte Lehrer mit ebenso langen Ausfällen. Insgesamt arbeiten in der Hauptstadt rund 35.000 Lehrkräfte.

143 verbeamtete Lehrer fallen seit einem Jahr oder länger aus

King führt die Entwicklung auch auf die „mangelhafte Personalausstattung“ zurück. Sie erhöhe die Belastung der vorhandenen Lehrkräfte und begünstige weitere krankheitsbedingte Ausfälle, erklärte er.

Von den 225 verbeamteten Lehrkräften fallen 143 seit mindestens einem Jahr aus, 50 seit mindestens zwei Jahren und 18 sogar seit mindestens zehn Jahren. Die meisten der dauerhaft kranken Kräfte – 98 – fehlen an Grundschulen, gefolgt von Sekundarschulen (54), Gymnasien (34) und berufsbildenden Schulen (27).

21 Lehrkräfte seit mindestens fünf Jahren krankgeschrieben

Unter den angestellten Lehrkräften sind fünf seit mindestens zehn Jahren und weitere 16 seit mindestens fünf Jahren krankgeschrieben. Die meisten langfristig erkrankten Lehrkräfte gibt es in Marzahn-Hellersdorf (41), gefolgt von Pankow (39) und Lichtenberg (33). Am wenigsten betroffen sind Mitte (17) sowie Spandau und Tempelhof-Schöneberg mit jeweils 22.

Bei Langzeiterkrankten beauftragt die Bildungsverwaltung die Zentrale medizinische Gutachtenstelle (ZMGA) des Landesamts für Gesundheit und Soziales mit einer Untersuchung. „Besteht laut Gutachten der ZMGA keine Aussicht, dass die Beamtin oder Beamte innerhalb weiterer sechs Monate wieder dienstfähig wird, beginnt die Einleitung des Ruhestandsverfahrens“, hieß es.

Kann die betroffene Person nicht mehr als Lehrkraft arbeiten, ist aber in der Lage, andere Tätigkeiten zu übernehmen, kann laut Bildungsverwaltung „ein Einsatz im Projekt der beruflichen Neuorientierung durch amtsangemessene anderweitige Verwendung erfolgen“. An diesem Projekt nehmen derzeit 29 der Betroffenen teil.

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