Falsche Fürsorge endet tödlich
Schwanenfamilie am Gardasee muss weichen – aus diesem Grund
11.09.2025 – 14:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Gut gemeinte Hilfe für Schwäne in Desenzano am Gardasee endet teils tödlich. Was jetzt mit den Tieren passiert ist.
Eine Schwanenfamilie, die mitten in der Stadt Desenzano lebte, löste am Gardasee zuletzt hitzige Diskussionen aus. Wie das Nachrichtenportal „Il Dolomiti“ berichtet, wurden die Tiere jetzt umgesiedelt. Die italienische Tierschutzorganisation Enpa in Brescia lobte die Aktion und tadelte zugleich das Verhalten von Touristen und Anwohnern den Tieren gegenüber scharf. „Wenn wir die Natur wirklich lieben, müssen wir lernen, sie zu respektieren, statt ihr mit falscher Fürsorge zu schaden“, appellierten die Tierschützer.
Was genau war passiert? Der Fall der Schwanenfamilie war Anfang September bekannt geworden. Die Gruppe hatte sich vor Monaten im Stadtzentrum angesiedelt und wurde von Passanten immer wieder mit Brot, Keksen und anderen ungeeigneten Lebensmitteln gefüttert. Dadurch gerieten die Tiere in völlige Abhängigkeit vom Menschen und hörten auf, selbst nach Futter zu suchen. Das Ergebnis war Mangelernährung, einzelne Tiere starben sogar, so „Il Dolomiti“.
Obwohl Tierärzte und Behörden mehrfach warnten, hörten die Fütterungen auch nach den Todesfällen nicht auf, heißt es. Schließlich hätten sich die Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) und die örtliche Polizei gezwungen gesehen, die gesamte Familie einzufangen und in eine geeignetere Umgebung zu bringen. Wie viele Tiere zu der Gruppe gehörten und wohin sie umgesiedelt wurden, wurde nicht bekannt.
Die Tierschutzorganisation Enpa verurteilte das „unverantwortliche Verhalten“ der Bürger deutlich. Wildtiere seien keine Haustiere und hätten völlig andere Bedürfnisse. „Sie dürfen nicht berührt werden, man darf sich ihnen nicht annähern, und vor allem dürfen sie nicht gefüttert werden, sonst kann es lebensbedrohlich werden“, mahnten die Tierschützer.
Zugleich lobte Enpa die schnelle und konsequente Reaktion der Ordnungskräfte sowie der WWF-Freiwilligen: Durch die Umsiedlung der Schwäne sei Schlimmeres verhindert worden.














