Im Aufsichtsrat
EVG will gegen neue Bahnchefin stimmen
Aktualisiert am 22.09.2025 – 13:41 UhrLesedauer: 2 Min.
Erst kürzlich machte es der Verkehrsminister offiziell: Evelyn Palla soll neue Chefin der Deutschen Bahn werden. Doch jetzt kündigt die Gewerkschaft Widerstand an.
Der Ärger der Gewerkschaft richtet sich dabei nicht gegen Palla, sondern vor allem gegen die zweite Wunsch-Personalie des Ministers: Die EVG will nicht, dass Dirk Rompf neuer Chef der Infrastrukturgesellschaft DB InfraGo wird.
„Der Weg nach vorn kann niemals durch die Vergangenheit führen. Professor Rompf war sechs Jahre lang Vorstandsvorsitzender der DB Netz und ist mit seinem Sparwahn mit schuld an der heutigen Situation“, sagte Burkert. „Jeder Fahrgast spürt heute noch die Auswirkungen seiner schlechten Bilanz. Das ist kein Neustart.“ Die Personalie Rompf sei bis weit in den Bahnkonzern hinein auf große Ablehnung gestoßen.
Am Dienstag beginnt die Sitzung des Konzernaufsichtsrats. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), die ebenfalls einen Sitz im Aufsichtsrat hält, äußerte sich zunächst nicht, wie sie sich bei der Berufung der neuen Bahnchefin verhalten wird. Während Palla vom Konzernaufsichtsrat berufen werden muss, wird Rompf vom Aufsichtsrat der DB InfraGo berufen.
Geplant ist, dass Evelyn Palla Richard Lutz als DB-Konzernchefin ablöst. Schnieder hatte Mitte August angekündigt, dass der Vertrag des Bahn-Chefs vorzeitig beendet wird. Er betonte zum einen die Erfahrung Pallas innerhalb des Bahnkonzerns sowie ihre Erfolgsbilanz bei der DB Regio, die sie seit 2022 leitet: Die Bahn-Tochter schreibe mittlerweile wieder schwarze Zahlen, und rund 90 Prozent der Regionalzüge seien pünktlich.
Zugleich bringe sie auch Erfahrung von außen mit. Schnieder hob Pallas Tätigkeit im Vorstand der Österreichischen Bundesbahnen hervor, die häufig auch als „Vorbild“ für einen erfolgreichen Bahnkonzern genannt würden. „Frau Evelyn Palla ist die beste Kandidatin“, lobte er. Sie bringe „alles mit, um den Konzern wieder auf die Erfolgsspur zu führen“.
Das Echo auf Pallas Nominierung fiel bisher positiv aus. Von den Grünen über den Fahrgastverband Pro Bahn bis zur Lokführergewerkschaft GDL kam Lob für die Wahl des Ministers.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz stellte sich hinter Palla. Mit ihr komme eine starke Persönlichkeit an die Spitze der Bahn, die für Erfahrung und Neuanfang stehe, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille. „Der Bundeskanzler ist überzeugt, dass sie mit ihrer Erfahrung als erfolgreiche Managerin bei DB Regio und ihrer großen fachlichen Expertise eine sehr gute Wahl ist, um die Bahn wieder zurück in die Erfolgsspur zu bringen.“
